Nur noch eine gute Woche ist Karlheinz Röper im Amt des Bürgermeisters, dann übernimmt sein gewählter Nachfolger die Geschäfte. Mit Stolz und einem Augenzwinkern schaut er auf sieben Jahre als Ortschef zurück. Heute um 19 Uhr wird er im Gemeinderat (im Saal der Feuerwehr) verabschiedet.

Ausleben. Karlheinz Röper nimmt den Abschied mit seinen 69 Jahren nicht so schwer. "Ich bin froh und glücklich mit dem, was ich erreicht habe und dass es nach den Baumaßnahmen weiter lebenswert im Ort ist", sagt er. Zu unzähligen Bauberatungen ist er gegangen, hat sich gekümmert, dass Absprachen zustande kommen und zwischen Baufirmen und Bürgern vermittelt.

Vielleicht war seine gesamte Amtszeit eine einzige große Bauberatung: Allein in den vergangenen zwei Jahren herrschte manchmal eine Art Ausnahmezustand in der Großgemeinde, wenn zwei Umleitungen gleichzeitig eingerichtet waren, während an drei verschiedenen Stellen im Ort die Bagger anrückten. Das war für die Einwohner ebenfalls eine Geduldsprobe, zum Beispiel bei den engen Straßen am Schulberg.

"Aber", erinnert sich der Bürgermeister, "auch die Sanierung der Landesstraßen durch Warsleben und Üplingen war ein Kapitel für sich." Die Straßen waren fertig, und ein Jahr später rückten Firmen erneut an: Für den Brückenbau. Wieder mussten die Straßen gesperrt werden. Nicht nur die Anwohner waren da verärgert. Und mittenmang stand Karlheinz Röper, erklärte die Umstände und bat um Verständnis. "Das gehört dazu", sieht er das bis heute ganz entspannt. Sieben Jahre Unmutsauffänger? Ja, vielleicht trifft es das, meint er und lächelt.

Dafür wurde fast der gesamte Ort durch den Trink- und Abwasserverband an ein zentrales Schmutzwassernetz angeschlossen, und es erstrahlen bald die Straßen am Schmiedeberg sowie der Winkel in neuem Glanz. Dass dafür noch Fördermittel flossen, war ein kleines Weihnachtsgeschenk für Röper. Und Fördermitteln hat er in seiner Amtszeit mehr als einmal hinterher telefoniert – immer mit Unterstützung der Verwaltung in Gröningen. Gut erinnert sich Röper an eine Hauruckaktion für den Ausbau der Kinderkrippe in der Einrichtung "Schloss Trautenburg", als er mit Verwaltungschefin Ines Becker und Kämmerin Jutta Oberhack zuerst beim Landesverwaltungsamt persönlich auf der Matte stand und schließlich bei Landrat Thomas Webel landete, um dort die fehlenden Mittel einzuwerben. Es klappte und heute sagt der Ortschef: "Die Krippe ist wirklich was Feines geworden." Inzwischen ist die Verantwortung für die Kindertagesstätte an die neu gebildete Verbandsgemeinde übergegangen, deren Mitglied Ausleben ist. Dass dieser Prozess gelang, lag ebenfalls in Röpers Verantwortung, auch wenn er die Gebietsreform "zweischneidig" bewertet. Sie habe sein müssen, aber die Bürgernähe leide aus seiner Sicht darunter.

In gewisser Weise ging es auch ums Bauen, als sich der Vereinigungsprozess der einstigen vier Ortsfeuerwehren der Großgemeinde zu einer einzigen vollzogen hat. Die Wehren mussten Brücken zueinander schaffen. "Das ist als positive Entwicklung hervorzuheben", freut sich Röper, der auch insgesamt einen Dank an alle Vereine schickt, die den Ort mit ihrem Engagement beleben. Ein Dank, den er unterstreicht, weil er weiß, dass die Gemeinde zumindest finanziell kaum noch Rückendeckung geben kann. Dabei sind die Vereine einschließlich der Feuerwehr und der Kindertagesstätte mit ihrem Förderverein, das betont Röper, die Grundlage aller kulturellen Veranstaltungen im Ort und Förderer der Jugend. "Wir unterstützen sie im Grunde gar nicht – außer, dass wir Räume zur Verfügung stellen." Grund ist, dass Ausleben mit einem Haushaltsloch kämpft, und das ist etwas, wo der Ortschef sagt: "Damit aus dem Amt zu scheiden, ist kein gutes Gefühl." Nicht gelungen sei es ihm, das bedauert er ebenso, den Jugendlichen außerhalb von Vereinen wirklich etwas zu bieten.

Dank an Vereine, Kita und die Einwohner

Demgegenüber ist er erfreut, dass sich im vergangenen Jahr ein Heimatverein für die Großgemeinde gebildet hat. "Darum wurde im Ort lange gekämpft", denkt er zurück. Absoluter kultureller Höhepunkt war für den Bürgermeister unterdessen die 900-Jahrfeier in Ottleben. "Sie ist unter großer Beteiligung der gesamten Bevölkerung der Großgemeinde zustande gekommen – mit buntem Umzug. "Zwei Jahre hat das Festkomitee dafür vorbereitet. Herzlichen Dank!" Einen Dank schickt Röper auch an die Einwohner, die ihn über die Jahre im Amt unterstützt haben.

Was er nun mit seiner neu gewonnenen Freizeit anfange? Der Noch-Ortschef: "Das muss ich erstmal mit meiner Frau besprechen ..."

Bilder