Haushaltspläne, Bauprojekte, Investitionsvorhaben – was ist möglich im neuen Jahr, wo sitzen Probleme, was ist lobenswert? Volksstimme bat dazu die Bürgermeister der sieben Obere-Aller-Gemeinden um ihre Stellungnahme im Rahmen eines Fragebogens. Beginn der Serie heute mit den Antworten von Reinhard Falke (Ummendorf).

Große Sprünge oder kleine Brötchen

Welche Aussagen können Sie mit Blick auf Investitions- und/oder Baumaßnahmen in Ihrer Gemeinde bereits jetzt treffen?

Es gibt drei wichtige Baumaßnahmen 2011. Etwa eine Million Euro wird in die Grundschulsanierung investiert, rund 85 000 Euro kostet der Ausbau der Fahrradausleih- und Reparaturstation mit dem neuen Archiv der Gemeinde. Als dritte Investition ist der grundhafte Ausbau der Heimstättenstraße geplant, da hier der TAV erschließt, die Kosten belaufen sich auf etwa 283 000 Euro. Dringend notwendig wäre die Sanierung des Mietobjektes Seelschestraße 1, aber ohne Fördermittel ist das nur schwer realisierbar.

Füllhorn oder Schuldenbank

Wie schwer wiegen für Ihre Gemeinde die Umlagen an Kreis und Verbandsgemeinde? Erwarten Sie finanzielle Spielräume, muss auf Reserven zurückgegriffen werden oder sind Schulden/Kredite unumgänglich?

Die Umlagen wiegen sehr schwer. Sie betragen an den Landkreis rund 207 000 Euro, an die Verbandsgemeinde rund 300 000 Euro. Dem gegenüber stehen Zuweisungen in Höhe von 275 000 Euro. Finanzielle Spielräume sind nicht vorhanden. Auf Reserven kann nicht zurückgegriffen werden. Die Eigenmittel für die Schulsanierung in Höhe von 400 000 Euro werden über einen KfW-Kredit finanziert.

Kritik oder Lob

Wie beurteilen Sie nach gut einem Jahr die Arbeit des Verbandsgemeinderats und des Verbandsgemeindebürgermeisters?

Grundsätzlich haben die Gremien das erste Jahr gut bewältigt, viele wichtige Grundsatzentscheidungen wurden auf den Weg gebracht. Wünschenswert ist, dass die Entscheidungen des Gemeinderates zeitnah abgearbeitet werden. Zu wichtigen Beschlüssen sollte ein Vertreter des jeweiligen Amtes an den Gemeinderatssitzungen teilnehmen, um sofort eventuelle Fragen zu beantworten.

Änderungen oder Status Quo

Was erhoffen Sie sich nach der Landtagswahl von der neuen Landesregierung? Wo besteht dringender Handlungs- oder Nachholbedarf?

Eine finanzielle Entlastung der Gemeinden wäre dringend zu empfehlen, das heißt mehr Zuweisungen bzw. bessere finanzielle Ausstattung.

Eigenproduktion oder Fremdversorgung

Wie steht es um das Ummendorfer Projekt der Energie-Selbstversorgung?

Mit der Betreibung einer Biogasanlage der Agrargenossenschaft ist die Grundlage für eine Wärmeversorgung für öffentliche und private Abnehmer vorhanden. Der Betreiber möchte gern kostengünstige Wärme liefern. Zurzeit wird geprüft, ob der Anschluss der öffentlichen Gebäude wie Burg, Jugendbauhütte mit Pension, Sporthaus und Dorphuus geeignet sind. Entscheidend ist der Preis pro Kilowattstunde. Erste Berechnungen des Betreibers gehen von zirka 80 Prozent des momentanen Preises aus, die zum Beispiel die E.ON Avacon AG berechnet.

Nutzbringer oder Rohrkrepierer

Haben die Tempotafeln im Ort eine Wirkung erzielt und erfüllen sie ihren Zweck?

Grundsätzlich erfüllen die Tafeln ihren Zweck. Der größte Teil der Kraftfahrer ist bemüht, die zulässige Höchstgeschwindigkeit einzuhalten. Es gibt aber immer wieder vereinzelte Temposünder. Die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer aber hat sich verbessert.

 

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