Wanzleben (skr). Das Einsatz- und Übungsgeschehen stand für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wanzleben am Wochenende zwischen Feuer und "Eis".

In der Nacht zum Montag wurde die Wehr in die Gartenanlage "Hügelplantage" nahe des Bördestadions zu einem Brand einer Gartenlaube gerufen. Eine Zeuge hatte den Brand der Polizei gemeldet.

Bereits kurz nach der Alarmierung 2.15 Uhr verließen 15 Einsatzkräfte mit dem Tanklöschfahrzeug TLF 16/25, dem Löschfahrzeug LF 16 TS und dem Einsatzleitwagen die Feuerwache. Sie fuhren zur Einsatzstelle. Umgehend wurde ein Angriffstrupp unter Atemschutz zur Brandbekämpfung eingesetzt. "Da sich die Löschwassersituation schwierig darstellte, wurde entschieden eine Wasserversorgung von der Sarre her aufzubauen. Eine besondere Gefahr stellten zwei Gasflaschen dar, die während der Brandbekämpfung in der Laube entdeckt wurden. Diese wurden umgehend durch einen zweiten Trupp, ebenfalls unter Atemschutz, gekühlt und mit der Wärmebildkamera der Wehr beobachtet", teilte Feuerwehrsprecher Sven Neyermann mit. Um 3.37 Uhr konnte die Einsatzstelle dann an die Polizei übergeben werden. Während der Ermittlungen im Umfeld des Brandortes wurde eine männliche Person bemerkt. Die Polizei nahm einen 58-jährigen Tatverdächtigen in Gewahrsam und befragte ihn zum Brand. Der Schaden wird auf rund 1500 Euro geschätzt. Ein Brandursachenermittler untersuchte zwischenzeitlich den Brandort. Die Ermittlungen hierzu dauern noch an, teilte die Polizei gestern mit.

Übung auf der Wiese

Seit Anfang Dezember hatte der Winter noch bis vor wenigen Tagen für eine mehr oder weniger dicke Eisdecke auf den Seen und Teichen der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde gesorgt. Ausgerechnet jetzt, wo die "Eisrettung" auf dem Ausbildungsprogramm der Wanzleber Feuerwehr stand, war von Schnee und Eis nichts mehr zu sehen. Die Kameraden mussten somit ihre Ausbildungsstunde auf die "grüne Wiese" verlegen. "Das hat aber der Ausbildungsveranstaltung keinen Abbruch getan", erklärte Sven Nevermann. Bevor es an das Training ging, hatte der Sicherheitsbeauftragte der Feuerwehr Heinz Meyer die jährliche Unterweisung zum Thema Unfallschutz vorgenommen. Anschließend übernahm Kamerad David Leseberg das Zepter. Nach einer theoretischen Unterrichtseinheit über die Besonderheiten bei der Eisrettung und die möglichen Vorgehensweisen verlegte die Einsatzabteilung geschlossen mit dem TLF 16/25 (Löscheinsatzfahrzeug), der DLK 23/12 (Drehleiter), dem Rüstwagen 1 mit Schlauchbootanhänger, dem Vorausrüstfahrzeug und dem Kommandowagen die Unterweisung auf den Festplatz. Dort folgte dann der praktische Teil der Ausbildung. Mit dem Rettungsbrett, dem Eisschlitten sowie dem Schlauchboot wurde die Rettung von Personen von Eisflächen geübt. Mangels Eis allerdings auf dem Rasen, ein Einbruch war hier nur theoretisch vorstellbar. Parallel dazu übten die Maschinisten der Wehr den Unterflureinsatz der Drehleiter, denn auch ein Hubrettungsgerät (in dem Fall die Drehleiter) kann im Rahmen von Einsätzen an Gewässern unter bestimmten Bedingungen zum Einsatz kommen.

Die Freiwillige Feuerwehr Wanzleben war im vergangenen Jahr 56-mal im Einsatz. Zu einer Eisrettung mussten die Kameraden zum Glück noch nicht ausrücken. "Wir wollen trotzdem auf solche Eventualitäten vorbereitet sein", erklärte Sven Nevermann weiter.

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