Die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos und die Stadt Oschersleben haben sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die historische Burganlage am Nickelkulk wieder mit Leben zu erfüllen. Gewerbliche Nutzung und Wohnungsbau sollen dabei eine Einheit bilden.

Oschersleben. "Wir wollen den ältesten Stadtteil Oscherslebens, die Burg, wieder beleben", sagt Hans Walker, Geschäftsführer der Oschersleber Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos. Zusammen mit der Stadt hat die Bewos alle Anträge gestellt, um in den Genuss staatlicher Fördermittel zu kommen. Im Land Sachsen-Anhalt und seinem Bau- und Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre sehe Walker einen starken Verbündeten. In welche Richtung die Nutzung der Burg gehen könnte, hatte im vergangenen Sommer ein Expertensymposium gezeigt.

"Die Verhandlungen zur Nutzung des alten Speichers auf der Burg laufen sehr intensiv", verdeutlicht Walker. Nach den Vorstellungen der Stadttochtergesellschaft Bewos sollen die alten Gemäuer vornehmlich als Archiv genutzt werden. Als Kunden stelle sich Walker die öffentliche Hand wie den Landkreis Börde, die Stadt Oschersleben, Verbände, die Bewos selbst oder aber auch private Nutzer vor. Zwei bis drei Etagen des Speichers seien mit dieser Dienstleistung nutzbar zu machen. "Die Nutzung umfasst etwa 5 000 laufende Meter", beschreibt Walker die Dimensionen. Er hofft, die Archivpläne bis 2015 umsetzen zu können.

Zudem sieht Walker in einer teilöffentlichen Nutzung des Speichers eine Zukunft für das unter Denkmalschutz stehende Gebäude. "Es kann eine Mehrzwecknutzung mit einer Mischung von öffentlichen und privaten Veranstaltungen sein, schließlich fehlt es in Oschersleben immer noch an größeren Sälen", ist sich Walker sicher, das Angebot werde auf Nachfrage stoßen. Schulentlassungsfeiern könnten dann im alten Speicher unter anderem stattfinden.

Im Zusammenhang mit der Revitalisierung der Burgdomäne sieht Hans Walker die Bebauung der Vorburg, die bis an den Nickelkulk heranreicht. "Der erste Kaufvertrag mit einem Bauherrn steht kurz vor der Unterzeichnung", nennt Walker einen ersten Vermarktungserfolg. Während am Nickelkulk eine straßenbegleitende Bebauung vorgesehen ist, sollen im dahinter liegenden Bereich Eigenheime gebaut werden. Die Filetstücke gewähren einen freien Blick auf das Große Bruch. Der Mix aus Eigenheimen, Reihenhäusern und dem gerade im Bau befindlichen Mehrgenerationenhaus am Seilerweg macht den Charme dieses im Aufwind befindlichen Oschersleber Stadtteils aus.

"Die Nachfrage nach größeren Wohnungen im Stadtkern oder Eigenheimplätzen ist ungebrochen", berichtet Walker. Deshalb sei sich die Bewos sicher, das Risiko von mehreren Millionen Euro an Investitionskosten bei der Erschließung der Grundstücke auf der Vorburg und im Seilerweg, der Projektentwicklung Kernburg zu Archiv- und Veranstaltungsräumen und der Wohnanlage Nickelkulk sowie dem Bau des Mehrgenerationenhauses am Seilerweg tragen zu können.

 

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