Oschersleben. Auf Kinder scheint es der hohe Grundwasserstand in Oschersleben abgesehen zu haben: Die Kindereinrichtung "Bodespatzen" in Klein Oschersleben ist seit gut einer Woche vom Drängwasser bedroht. Und inzwischen hat sich das von der Wasserrenne heranfließende Grundwasser einen Weg in den tief gelegenen Kohlenkeller der Diesterweg-Grundschule gebahnt, war von Angela Woldt, im Rathaus zuständig für die städtischen Grundstücke, zu erfahren.

Der Raum werde nicht genutzt, und das Gebäude sei auch nicht bedroht, trotzdem ist die Situation ärgerlich, sagte Angela Woldt. Es sei auch nicht neu, dass in diesem Kellerraum Wasser steht, bisher allerdings nicht so hoch wie jetzt. Die Stadt wolle deshalb versuchen, die Ursache herauszufinden, um künftig den Keller möglichst trocken zu halten und keine Schäden am Gebäude zu provozieren.

Bei den "Bodespatzen" in Klein Oschersleben liege der Fußboden höher als das Drängwasser ansteht. Einen Keller gibt es nicht. Wenn das Wasser abgeflossen ist, soll das Gebäude mit Gebläsen getrocknet werden. Auch wolle die Stadt überlegen, wie durch den Bau von Dämmen eine erneute Gefährdung vermieden werden kann.

Insgesamt, so die Einschätzung von Angela Woldt, komme Oschersleben bisher hinsichtlich des hohen Grundwasserstandes glimpflich davon wie bereits beim Hochwasser auch. Am kritischsten ist die Lage im Bereich Hadmersleben/Ampfurth, schätzt Ordnungsamtsleiter Gerd Ludwig ein. In der Kernstadt weiß er aus eigenem Erleben, dass es in der Breitscheidstraße nasse Keller gäbe. Und mit den großen Seen auf den Äckern würden die Landwirte eben leben müssen.

Vereinzelt meldeten sich Anwohner des Blumenviertels, also aus dem Bereich nördlich der Klagenfurter Straße, wegen Problemen mit dem Grund- wasser, sagte Bauamtsleiter Steffen Czerwienski der Volksstimme. Ansonsten seien auch ihm derzeit keine Schwierigkeiten bekannt.

Unterdessen hat die umweltpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Gabriele Brakebusch, angesichts der Grundwassersituation zu einer "konzertierten Aktion statt Aktionismus" aufgerufen. Die Zuständigkeit läge bei Kommunen und Eigentümern, die Verantwortung definitiv auch beim Land.

Wesentlich sei die Konstituierung von sieben regionalen Einsatzstäben, bei denen die Zuständigkeiten gebündelt werden. "Diese ,Task Forces‘ (schnelle Eingreiftruppen – die Red.) sollen regionale und überörtliche Fachkompetenz vor Ort bündeln. Außerdem soll die Bildung dieser Einsatzstäbe verhindern, dass Zuständigkeiten hin und her geschoben werden, statt die Probleme anzupacken", freut sich die aus Harbke stammende Landtagsabgeordnete über einen ersten Schritt auf Landesebene zur Lösung des Problems. "Was die Betroffenen brauchen, sind dauerhafte Lösungen statt schnelles Geld für das Nötigste", unterstreicht die CDU-Politikerin.