Problematisches Überlaufen des Sommerschenburger Badesees: Der Wasserpegel im Canyon hat dieser Tage eine Rekordhöhe erreicht. Die Gemeinde sah sich zum Handeln gezwungen und ließ das Haus am Treppenaufgang kurzerhand abreißen.

Sommerschenburg. "Ich bin nicht sicher, ob das die richtige Entscheidung war", meldete sich Volksstimme-Leser Helmut Mittendorf aus Sommerschenburg zu Wort. "Mir kommt das etwas übereilt vor, das Häuschen gleich komplett niederzureißen, obwohl das Wasser natürlich extrem gestiegen ist." Mittendorf sieht durch die Maßnahme vor allem die diesjährige Badesaison in der beliebten Naturanlage gefährdet: "Ich befürchte, dass diese nun ausfallen muss."

Nach Auskunft der Gemeinde jedoch bestand akuter Handlungsbedarf – aus Kosten- und nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen. Hendrikje Riechers-Knape als stellvertretende Bürgermeisterin sagte auf Volksstimme-Nachfrage: "Der Schritt war notwendig. Wir haben uns die Situation mit Vertretern der Gemeinde und der Feuerwehr vor Ort genau angeschaut und sind zu der Überzeugung gelangt, dass ein Abriss des Häuschens die beste Lösung ist." Die Entscheidung wurde bei der Begehung am Montag voriger Woche gefällt. Schnell gehen musste es, solange am Ufer noch gefahrlos gearbeitet werden konnte.

Der Wasseranstieg sei nach den heftigen Niederschlägen der jüngsten Zeit viel höher ausgefallen als gedacht – und eine Ende war nicht abzusehen, das Abpumpen wurde als aussichtslos erachtet. Der Pegel hatte bereits die Oberkante des gemauerten Sockels erreicht, auf dem das Haus stand. "Wäre das Wasser weiter gestiegen, wie es jetzt auch der Fall ist, wären die Holzwände aufgequollen und hätten das Haus ohnehin unnutzbar gemacht", erklärt Riechers-Knape. Die Folge wäre wohl ein Abriss über eine Firma nebst Sonderentsorgung gewesen – Kosten, die sich die Gemeinde nun erspart hat. Denn die Zerlegung erfolgte in Eigenregie – Gemeindearbeiter und Feuerwehrmitglieder packten an.

Wie es nun weitergeht, ob und wann eventuell Pumpen eingesetzt werden können, müsse man abwarten, sagt Hendrikje Riechers-Knape. Die Badesaison sieht sie nicht in Gefahr: "Wir werden uns darüber sicher noch Gedanken machen, aber zum Beispiel könnte man provisorisch auch erstmal einen Verkaufswagen aufstellen."