Nicht nur um Geld zu sparen, beschäftigt sich der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung des Sülzetals mit der Straßenbeleuchtung. Wie diese modernisiert werden könnte und muss, beschreiben nun zwei Angebote.

Sülzetal. Der Gemeinderat Sülzetal wird sich am 17. Februar während seiner ersten Sitzung in diesem Jahr unter anderem auch mit der Straßenbeleuchtung beschäftigen. In erster Linie sucht die Gemeinde nach Wegen, Geld zu sparen. Was in den acht Ortsteilen des Sülzetal in einem Jahr allein an Stromkosten für die Straßenbeleuchtung verbraucht wird, ist nicht unerheblich. Immerhin spenden in allen acht Ortsteilen der Gemeinde rund 2200 Straßenlaternen in der Dunkelheit Licht. Darunter sind noch 613 sogenannte HQL-Leuchten, die sehr viel Strom verbrauchen und zuallererst ersetzt und erneuert werden sollen. Die Zeit dieser HQL-Leuchten ist nicht nur aus energetischen Gründen vorbei: Laut EU-Verordnung müssen diese Leuchtmittel bis 2015 "verschwunden" sein.

Im vergangenen Jahr hatten während einer Bauausschusssitzung bereits zwei Firmen im Rahmen einer Präsentation ihre Angebote zur Erneuerung und vor allem Optimierung der Straßenbeleuchtung vorgestellt und sich dabei vor allem auf den Ersatz der 613 HQL-Leuchten konzentriert.

Im Hauptausschuss am Donnerstagabend sollte das Thema Straßenbeleuchtung in Vorbereitung der Gemeinderatssitzung erneut eine Rolle spielen. Wie Bauamtsleiter Fred Fedder berichtete, haben besagte Firmen ihr Angebot inzwischen abgegeben. Der Gemeinderat müsse entscheiden, welche Variante er wählt. Laut Fedder machten die Firmen zwei gleichwertige Angebote, bei dem einen würde es sich um eine investive Maßnahme handeln, das andere wäre ein Leasing-Angebot. Setzt man die Ersparnis beim Energieverbrauch zu den benötigten Kosten für neue Leuchtmittel ins Verhältnis würde man immer noch erheblich Kosten sparen.

Für Förderung ist es wohl zu spät

Die Verwaltung wird nun die Angebote bei der Kommunalaufsicht einreichen. Da die Gemeinde Sülzetal in der Haushaltskonsolidierung ist, muss geprüft werden, wie sie überhaupt agieren kann.

Fred Fedder berichtete weiterhin, dass die Gemeinde Sülzetal möglicherweise die Gelegenheit bekommt, Vergleiche zu ziehen. Die Firma mit dem Leasing-Angebot rüstet gerade in den Orten Egeln und Borne die Straßenbeleuchtung um. "Mit den Kommunen könnten wir sicher in Erfahrungsaustausch treten", so Fedder.

Von der Umrüstung von HQL auf andere Leuchtmittel wären nahezu alle Ortsteile der Gemeinde betroffen.

Das Leuchtmittel der Zukunft auch bei der Straßenbeleuchtung wäre LED. Doch hier sind die Kosten für das Umrüsten einfach noch zu hoch. Andererseits gibt es ein Förderprogramm, daran wurde in der Hauptausschusssitzung erinnert. "Doch ob wir da noch reinkommen, ist mehr als fraglich. Schließlich läuft das Programm bereits am 31. März dieses Jahres aus", gab Fred Fedder zu bedenken. Eine Förderung von bis zu 40 Prozent wäre möglich.

In der Diskussion um die Straßenbeleuchtung schon vor einige Monaten war auch das Dimmen der Straßenlaternen ins Visier genommen worden. Dafür gibt es eine "Teststrecke" im Gewerbegebiet. Erste Ergebnisse, ob das Dimmen wirklich etwas bringt, liegen vor. Darüber wird die Volksstimme gesondert berichten.

"Hatten wir nicht mal davon gesprochen, jede zweite Laterne abzuschalten, um Kosten zu sparen? Ist das vom Tisch?", fragte schließlich Osterweddingens Ortsbürgermeister Wolfgang Kettner. "Darüber müsste letztendlich das Ordnungsamt entscheiden. Wenn in die Laternen, vor allem die mit HQL, ein anderes Leuchtmittel eingesetzt ist, haben die Laternen bessere Lichtpunkte und besseres Licht. Erst danach sollte man darüber nachdenken, ob jede zweite Lampe erlischt oder nicht. Auch weil es eine Frage der Ordnung und Sicherheit ist", antwortete Fred Fedder.