Oschersleben. Der DRK-Kreisverband Börde hat nach dem tragischen Zugunglück bei Hordorf einen Spendenaufruf gestartet. Das DRK will so der zehnjährigen Amalia aus Langenstein helfen, die bei dem Unglück schwer verletzt wurde und ihre Familie verlor. Initiiert wurde die Spendenaktion von den Mitarbeitern des DRK-Rettungsdienstes.

Das Schicksal der zehnjährigen Amalia aus Langenstein hat besonders berührt: Bei dem tragischen Zugunglück wurde sie schwer verletzt, liegt im Koma. Für ihre Familie kam jede Hilfe zu spät. Normen Pankow und Dirk Wenzel, zwei Rettungsassistenten der DRK Rettungsdienst Börde gGmbH, gehörten zu den ersten Helfern vor Ort, sie bargen das Mädchen aus dem Zug. Nun will das DRK dem kleinen Mädchen ein zweites Mal helfen. Auf Initiative der Mitarbeiter des Rettungsdienstes des DRK hat der Kreisverband Börde ein Spendenkonto eingerichtet und bittet um Spenden für Amalia, informierte Ralf Kürbis, Vorstandsvorsitzender des DRK Börde, gestern. Unter dem Verwendungszweck "Hilfe für Amalia" werden ab sofort Spenden bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ: 81020500, Kontonummer: 5416464 gesammelt. Die DRK-Mitarbeiter hoffen auf große Spendenbereitschaft.

Nach dem Zugunglück ist erneut eine Diskussion um die Neuvergabe des Rettungsdienstes im Landkreis entbrannt. Denn gerade für die Ersthelfer des DRK-Rettungsdienstes in Oschersleben war nur zwei Tage nach ihrem Einsatz bei dem Unglück Schluss. Die Malteser hatten im vergangenen Jahr den Zuschlag für die Rettungswache Oschersleben erhalten, übernahmen zum 1. Februar den Rettungsdienst in dem Bereich. Außerdem verlor das DRK die Rettungswachen in Wolmirstedt und Hermsdorf, die zum 1. Juli von den Johannitern und dem Arbeiter Samariter Bund (ASB) übernommen werden. Der DRK-Kreisverband setze alles daran, den insgesamt 38 Mitarbeitern, denen daraufhin gekündigt werden musste, wieder eine Perspektive zu geben, so Ralf Kürbis. 22 Mitarbeiter hätten bereits Arbeitsangebote von anderen Rettungsdienstträgern erhalten. Sechs Mitarbeiter werden derzeit in einer dreijährigen Vollzeitumschulung zum Gesundheits- und Krankenpfleger beim DRK ausgebildet. Für die weiteren zehn betroffenen Mitarbeiter würden noch Lösungen gesucht. Im Vordergrund stehe, sie wieder in Lohn und Brot zu bekommen, sagte Ralf Kürbis.

Was das gerade erst neu gebaute Objekt in Wolmirstedt anbelange, so hofft Kürbis, dass die Wache auch künftig für den Rettungsdienst genutzt wird, dass die Johanniter/ASB die Wache übernehmen. Alle anderen Einrichtungen in dem Objekt, wie Tafel, Kleiderkammer oder Obdachlosenunterkunft, würden weiter vom DRK betrieben. "Wir werden auch künftig in der Region präsent sein", sagte Ralf Kürbis.