Die freiwilligen Leistungen der Gemeinde für die Vereine des Sülzetals sollten im Sozialausschuss vor wenigen Tagen erneut eine Rolle in den Diskussionen spielen.

Sülzetal. Von jeher unterstützt die Gemeinde Sülzetal die Vereine großzügig. Jahr für Jahr schlagen höhere Betriebskosten für Sportstätten und Vereinshäuser zu buche. Sicher, die Preise, vor allem für Strom und Heizung, sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, doch auch der Verbrauch. Zähneknirschend hat die Gemeinde am Jahresende stets die Zahlungen beglichen. Doch die Zeiten, in der die Gemeinde aus dem Vollen schöpfen konnte, sind lange vorbei, nun steht die Haushaltskonsolidierung an. Seit Jahren wird diskutiert, wie die Vereine an den freiwilligen Leistungen beteiligt werden können. Dazu hat die Verwaltung in den vergangenen Monaten ein Papier erarbeitet, aus dem die einzelnen Vereine entnehmen können, wo sie stehen. Die Zahlen und eine Diskussion im Ortschaftsrat Altenweddingen hatten schon mal für ordentlichen Wirbel gesorgt. Doch auch im Sozialausschuss wurde nochmals von der Sozialausschussvorsitzenden Jutta Spurek wie von Bürgermeister Erich Wasserthal betont: Niemand wolle die Vereine und vor allem ihre wertvolle ehrenamtliche Arbeit platt machen, doch endlich müsse man dahin kommen, die Vereine zum Sparen zu erziehen.

Nach dem 31. Januar sollte nun entschieden werden, wie weiterverfahren wird. Darum stand das Thema freiwillige Leistungen/Beteiligung der Vereine an den Betriebskosten im Sozialausschuss zur Debatte. "Wir müssen einen Konsens finden: Die Arbeit der Vereine darf nicht gefährdet werden, andererseits muss gespart werden. Zudem müssen wir einen Weg finden, wie die unterschiedliche Arbeit der Vereine und die unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen auf einen Nenner zu bringen sind", so Jutta Spurek.

"Die Kosten müssen auf ein gesundes Maß heruntergefahren und das Vereinsleben muss weiter ermöglicht werden", meinte Erich Wasser-thal.

"Wir diskutieren seit Jahren darüber, doch Worte fruchten nicht, die Kosten sind explodiert. Wir können nicht alle Vereine über einen Kamm scheren, müssen die Spezifik der Vereine und Dörfer beachten und dann Vergleichsmöglichkeiten schaffen. Wir sollten den Vereinen ein Limit setzen, ihnen nicht das Geld wegnehmen. Beispielsweise eine Summe X wäre der Jahresverbrauch, was darüber liegt, müssen die Vereine selbst klären, wie sie das bezahlen. Was in den Dörfern passiert, läuft über die Vereine, das dürfen wir nicht kaputt machen", so die Meinung von Ausschussmitglied Jens Hempel.

"Es kann doch nicht so schwer sein, fünf Vereine an einen Tisch zu holen. Ich hätte mir als Vereinsvorsitzender gewünscht, auch die Zahlen andere Vereine zu sehen, dann hätte ich Vergleichsmöglichkeiten und weiß, wo wir stehen. Man sollte auch Vergleiche zwischen Kinder- und Jugendarbeit sowie Erwachsene herstellen. Es muss doch Wege zur Beteiligung geben. Der Landessportbund hat auch nicht lange gefackelt und die Beiträge um einen Euro erhöht", meinte in der Diskussion Siegfried Kindler, Vorsitzender des Radsportvereins Osterweddingen.

Ulrich Peters, Vorsitzender Heimatverein und Sportverein Osterweddingen hätte sich vom Sozialausschuss bereits konkrete Zahlen gewünscht. Wie beispielsweise, welche Summen die Vereine aufbringen sollen. "Es muss Ehrlichkeit herrschen und alle Zahlen offen auf den Tisch gelegt werden. Nur so können wir eine ehrliche Debatte führen. Und nach Jahren der Diskussionen sollte endlich etwas Konkretes auf den Tisch", so Peters.

Der Sozialausschuss gab schließlich die Empfehlung, die Vereinsvorsitzenden von Sport- und Heimatvereinen mit in etwa gleichen Bedingungen an einen Tisch zu holen und mit ihnen über die Zahlen zu diskutieren. Am 16. März ist die nächste Sozialausschusssitzung geplant, dann soll gesagt werden, wie es zum Thema Freiwillige Leistungen/Beteiligung an de Betriebskosten weitergehen soll.