Hadmersleben (yhe). Eigentlich stand die geplante Biomethananlage nicht als gesondertes Thema auf der Tagesordnung des Hadmersleber Stadtrates. Eigentlich ging es "nur" um den Bebauungsplan für das Areal, auf dem die Anlage errichtet werden soll.

Von den Stadträten wurde am Dienstagabend beschlossen, den Bebauungsplan öffentlich auszulegen. Vom 17. Mai bis 18. Juni können die Bebauungsunterlagen in der Stadtverwaltung Oschersleben eingesehen werden. Aus den Reihen des Stadtrates kam schließlich der Vorschlag, die Einsichtnahme auch im Hadmersleber Bürgerbüro zu ermöglichen. Bis zum 25. Juni müssen Stellungnahmen zum Bebauungsplan abgegeben sein.

Mit der Einsichtnahme auch in Hadmersleben kommen die Stadträte dem großen Bürgerinteresse entgegen. Dass die geplante Biomethananlage weiterhin Gegenstand vieler Diskussionen ist, bewies auch die Tatsache, dass zahlreiche Bürger den Weg in die Stadtratssitzung genommen hatten.

Auch nach einer öffentlichen Informationsveranstaltung zur Biomethanlage eine Woche vor der Stadtratssitzung bleiben die Bürger skeptisch und stehen dem Bau eher kritisch gegenüber.

Dass viele Fragen offen sind, beweist ein Papier, dass die betroffenen Bürger rund um den Hakeborner Weg, Heerstraße, Römersiedlung und Schäferbreite formuliert haben. Für Skepsis sorgt vor allem die Tatsache, dass in der Anlage Hühnertrockenkot zum Einsatz kommt und die Anlage recht nahe zur vorhandenen Wohnbebauung entsteht. Investor Urban Jülich hatte mehrmals darauf verwiesen, dass die Bürger sich gern eine ähnliche Anlage in Niederndodeleben anschauen können. Das haben einige Hadmersleber getan.

Was sie nun in die Waagschale werfen, ist die Tatsache, dass diese Anlage 3,5 Kilometer vom Ort entfernt errichtet wurde. Das wäre in Hadmersleben nicht der Fall.

Noch mehr Belastung?

"Wir werden eine schlechtere Lebensqualität bekommen", ist sich Helmut Schulze sicher. "Wie sieht es mit der Geruchsausbreitung aus? Wurden bereits vorhandene Gerüche der vorhandenen Schweinemastanlage in Alikendorf und der geplanten Sauenmastanlage auf dem Honigkuchenberg eingerechnet? Was ist mit dem Hühnerkot? Wie wird er gelagert und später wieder ausgebracht? – diese und viele andere Fragen mehr liegen den Leuten schwer im Magen", meinte der Hadmersleber.

"Wir Bürger im Hakeborner Weg nehmen schon viel Staub und Lärm hin. Was kommt jetzt noch hinzu? Es ist eine Farce den Bürgern noch mehr zuzumuten", meinte Anwohner Rabe, der direkt im Hakeborner Weg wohnt.

Er brachte auch mögliche Gefahren ins Spiel, nannte Beispiele von Havarien und Unfällen. Zugleich machte der deutlich: "Wir sind nicht gegen die Biomethananlage schlechthin, aber gegen diesen Standort."

Urban Jülich hatte bereits vor Wochen betont, dass für die Biomethananlage gesonderte Zufahrten geschaffen werden, diese nicht über den Hakeborner Weg verlaufen. Der Standort wurde gewählt, weil der Flächennutzungsplan das Areal als Gewerbefläche ausweist. Der Investor hatte eine andere Fläche in Nähe der Kiesgruben ins Auge gefasst, doch hier "herrscht" Bergrecht. Eine Umnutzung würde sehr lange dauern und ist auch nicht gewollt.

Zeit für Einwände

Die geführten Diskussionen waren nicht Gegenstand der Beschlussfassung, denn, wie eingangs bereits erwähnt, ging es um die Auslegung des Bebauungsplanes. Doch sie zeigen auch, dass es doch noch großen Klärungsbedarf gibt, alle Fragen sollten offen beantwortet werden.

Die Bürger hingegen sollten die Auslegungsfrist nutzen, um ihre Einwände vorzubringen.