Aufgeregt warteten die Kinder der Hötensleber Kindertagesstätte "Haus Wirbelwind" am vergangenen Freitag auf den Besuch von der Oschersleber Europaschule. Wenige Tage zuvor hatten Schüler von dort mit ihren schwedischen Gästen und Lehrern das Projekt "Sinnesweg" verwirklicht. Der Erlebnispfad sollte nun feierlich eingeweiht werden.

Hötensleben. In jedem Schuljahr, jeweils im September sowie noch einmal im Frühling, findet an der Europaschule der Schüleraustausch zwischen Schweden und Deutschland statt. Je sechs Schüler der Oschersleber Einrichtung reisen ins schwedische Filipstat, um die Lehrausbildung sowie Land und Leute im skandinavischen Königreich kennenzulernen. Im Gegenzug kommen dann Jugendliche aus dem hohen Norden in die Börde – und gern beteiligen sie sich dann hierzulande an pädagogischen Projekten wie das im Hötensleber Kindergarten.

Die Partnerschaft mit Schweden besteht an der Oschersleber Europaschule seit 1995 und wird von den Berufschullehrern Ina Ahlfeld und Elmar Wedde betreut. Die schwedische Gruppe mit Lehrlingen in den Bereichen Metall- und Elektrotechnik wurde in diesem Jahr aufgeteilt. Je drei Schüler arbeiten mit drei deutschen Schülern an zwei unterschiedlichen Projekten. Eine Gruppe war in Eilenstedt tätig und legte dort einen Weidentunnel an.

Die zweite Gruppe erstellte auf dem weitläufigen Gelände des "Wirbelwind"-Hauses einen Sinnesweg. Dieser ist hufeisenförmig und besteht aus Segmenten, die mit unterschiedlichen Materialien aufgefüllt sind, wie zum Beispiel verschieden großen Kieselsteinen, Pinienzapfen oder strukturierten Fliesen. Beim Darüberlaufen haben die Kinder unterschiedliche Wahrnehmungen. Ihre Sinne werden geschult, und der Spielplatz ist für die Jüngsten so noch attraktiver.

Frühstück für die jungen Bauleute

"Wir haben das Projektangebot der Europaschule sehr gern angenommen, da es auch sehr gut zu unserem Konzept ,Durch Bewegung fit‘ passt", erklärte dazu Verona Hermann, Leiterin der Kindertagesstätte. Sie bedankte sich zugleich bei den Schülern der Europaschule, den Gemeindearbeitern, die die Vorarbeiten getätigt haben sowie auch bei der Verbandsgemeinde "Obere Aller" für die Bereitstellung der finanziellen Mittel zur Spielplatzgestaltung.

Die mittlere Gruppe "Dino" hatte in der Woche die angereisten Gäste zum Projektbeginn begrüßt. Von der Käfergruppe, den Schulanfängern, wurde am zweiten Schaffenstag für die fleißigen Arbeiter ein Frühstück mit selbst geschmierten Broten veranstaltet, worüber sich die jungen Bauleute sehr freuten. Arbeiten macht bekanntlich hungrig, und so war alles schnell "weggeputzt".

Am Tag der Übergabe begrüßte Adelheid Ohnesorge die schwedischen und deutschen Schüler mit ihren Lehrern. Sie bedankte sich nochmals im Namen der Kinder und Erzieher für die geleistete Arbeit.

Bereits zum dritten Mal waren damit deutsche und schwedische Schüler in Kindereinrichtungen und haben dort als Team an einem gemeinsamen Projekt gearbeitet. Nach Krottorf und Oschersleben entstand nun auch in Hötensleben ein Sinnespfad. Im Laufe dieser Woche werden die Jugendliche und ihre Gäste die praktische Seite ihrer Berufsausbildung in den entsprechenden Ausbildungsbetrieben kennenlernen und so wertvolle Erfahrungen für das spätere Berufsleben sammeln.

"Mit dem Schwedenprojekt an der Europaschule wollen wir die europäische Zusammengehörigkeit fördern", war von Ina Ahlfeld und Elmar Wedde zu hören. Unterstützt wird das Projekt vom Land, vom Förderverein der Schule und von der Ausbildungsstätte der Eon Avacon Krottorf, dessen Leiter, René Schoof, bei der Übergabe in Hötensleben ebenfalls zu Gast war.