Seit Monaten ärgern sich die Anwohner aus dem Bauernwinkel in Ausleben, dass die Lampen bei ihnen nicht leuchten. Die vier Straßenlaternen glimmen höchstens, eine erhält Strom über ein fachmännisch angelegtes Kabelprovisorium. "Das kann es doch nicht sein", klagt der Ausleber Torsten Zacher.

Ausleben. "Seit November geht das schon", macht Anwohner Torsten Zacher gegenüber der Volksstimme seinem Ärger Luft. "In der Nacht ist das stockfinster hier. Mein Nachbar arbeitet im Schichtdienst und muss hier entlang. Die Zeitungszustellerin kommt früh um vier. Für sie ist alles kohlrabenschwarz." Zacher habe oft seine Hoflampe an, um Abhilfe zu schaffen. Das aber sei ihm auf Dauer zu teuer. "Es kann doch nicht, sein, dass sie von November bis heute den Fehler nicht finden", empört sich Zacher. Doch, jedenfalls fast, haben die Nachfragen der Volksstimme ergeben.

Klaus-Peter Bartöck, Sachgebietsleiter Tiefbau in der Verwaltung erklärt, wo es im Bauernwinkel hakt. "Die Situation dort ist sehr schwierig. Wir hatten es nicht nur mit einem Kabelfehler zu tun." Zwei Schäden habe man bereits entdeckt, davon einen repariert. Bereits zweimal seit April war der Kabelmesswagen des Ernegieversorgers E.ON Avacon vor Ort, um der Gemeinde zu helfen, die Fehler zu orten. Erst kürzlich stellte sich heraus: Es gibt offenbar noch einen dritten.

"Wollen vermeiden, die Straße wieder aufzureißen"

Dafür soll nach Pfingsten ein Loch aufgeschachtet werden, um an das Kabel heranzukommen. Erschwerend kam für die Verantwortlichen hinzu, dass der lange und kalte Winter zunächst abzuwarten war. "Es musste erst trockner und wärmer werden, damit die Messungen nicht ungenau sind", erläutert Klaus-Peter Bartöck.

Dabei ist sich Bartöck mit den Anwohnern einig: "Es nervt uns auch." Aber macht er klar: "Wir haben ein richtiges Kabelproblem und wir wollen vermeiden, die Straße wieder aufzureißen." Es bleibt die Reparatur. Dafür aber müssten die Fehler genau ausgemacht werden. Das brauche Zeit. "Der Kabelmesswagen von Avacon ist auch nicht immer schnell zu bekommen", erklärt Bartöck dazu. Auslebens Bürgermeister Karlheinz Röper kann den Unmut der Anwohner ebenfalls verstehen. "Gerade in der Ecke dort ist es stockfinster. Und die Leute haben für die Lampen bezahlt. Das ist ärgerlich für sie." Er wolle sich bemühen, nach Pfingsten die nächsten Schritte gemeinsam mit der Verwaltung anzugehen.

Unterdessen hatte Anwohner Torsten Zacher gefragt, ob das ausgehobene Loch an einer der Lampen nicht geschlossen werden könnte. Dort war der erste Kabelfehler ausgemacht worden, der bereits repariert ist. Zacher hatte befürchtet, dass Kinder, die hier auf ihrem Schulweg entlang kommen, sich dort verletzen könnten. Nach einer Volksstimme-Anfrage hat der Bürgermeister gestern und damit vor Ferienende darauf reagiert. Es wurde zugeschüttet.

Bleibt die Suche nach den restlichen Fehlern in den im Jahr 1996 gelegten Leitungen. Klaus-Peter Bartöck meint zur Ursache: "Da hat uns der Winter arg mitgespielt." Vor allem durch die tiefen Temperaturen könnten Kabelbrüche oder Schädigungen der Isolierung auftreten. Nicht ganz ausschließen könne man weiter, dass es beim Straßenbau zu Schädigungen gekommen ist.

 

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