Endlich grünt und blüht es, lange genug hat der Winter uns geärgert. Doch die Freude über die erwachende Natur währt nicht lange, der Osterspaziergang wird von zahllosen Müllbergen rund um Oschersleben getrübt.

Ampfurth / Oschersleben. " Ich habe in unserer Gemarkung viele Müllberge entdeckt. Es schreit zum Himmel ", schimpft Ampfurths Ortsbürgermeister Achim Röttger. Entlang verschiedener Feldwege haben sich Müll-Touristen so richtig entleert. " Ich verstehe die Leute nicht. Sie kaufen sogar blaue Müllsäcke, um ihren Unrat loszuwerden und fahren damit durch die Gegend ", so ein erboster Achim Röttger. In einigen Haufen hat er nach Adressen gesucht, leider vergebens. " Wir werden wohl mit der Jägerschaft eine Entrümplungsaktion starten und den Müll entsorgen ", so der Ortsbürgermeister.

Was die Leute da in der Gemarkung Ampfurth entsorgt haben, lässt einem wahrlich die Haare sträuben. Der erste Haufen entstammt wohl einem Kinderzimmer. Nach dem Entrümpeln landeten Spielzeug, Plüschtiere und dergleichen mehr in der Natur. Wer eine nagelneue stabile Aufbewahrungsbox aus Plaste wegwerfen kann, könnte sich auch die Leerung seiner Restmüll oder gelben Tonne leisten, oder ? Ekliger wird der Müllberg einige Meter weiter – massenweise Babywindeln. Wiederum einige Meter weiter ein Computerbildschirm.

Aber die Müllberge in der Gemarkung Ampfurth sind leider keine Einzelfälle. Egal, in welche Richtung man fährt, Müll an den Straßenrändern, in Straßengräben, nicht selten fein säuberlich in blauen Säcken abgepackt und abgestellt, ist überall zu finden. Hier sei als Beispiel noch die Kreisstraße in Richtung Peseckendorf genannt.

" Es liegt extrem viel Müll in der Landschaft. Er scheint regelrecht aus dem Schnee herausgewachsen zu sein ", meint Oscherslebens Ordnungsamtsleiter Gerd Ludwig. Er hat in den letzten Tagen viele Bürgerbeschwerden und -hinweise entgegengenommen. " In einem Fall hatten wir Glück und konnten eine Adresse ausfindig machen und der Sache wird nachgegangen ", berichtet der Ordnungsamtsleiter. " Kleinere Mengen sammeln wir ein, um größere Mengen wird sich der Landkreis kümmern ", so Ludwig.

Er spricht in diesem Frühjahr von extrem viel Müll und illegalen Entsorgungen. Auch schockt es ihn immer wieder, welche " Mühe " sich doch die Müll-Touristen machen, um ihren Unrat loszuwerden.

Fakt ist, möglicherweise zahlen alle Bürger drauf, nur weil es immer wieder Unvernünftige gibt, die für Massen von Wildmüll sorgen. " Die Kosten für das Einsammeln und Entsorgen muss jemand tragen. Wir als Kommune und auch die Landkreise sind angehalten, diese Kosten über Steuern und Gebühren wieder einzutreiben ", macht Gerd Ludwig deutlich. Was das letztendlich bedeutet, kann sich jeder selbst ausrechnen – Höhere Müllgebühren.