Gröningen. Wer dieser Tage aus Richtung Heynburg nach Gröningen einfährt, der könnte beim Anblick der Aktivitäten am dortigen Sportplatz vermuten, dass dort tüchtige Geschäftsleute nach Erdöl bohren. Doch weit gefehlt, das überdimensionale Bohrgerät, das momentan an der Magdeburger Straße eingesetzt wird, hat nichts mit einem bislang unaufgeschlossenen Ölvorkommen unterhalb der Stadt zu tun.

Es handelt sich vielmehr um die ersten Arbeitsschritte des Turnhallenneubaus am Sportplatz. Um diesen vorzubereiten, sind sogenannte " baugrundverbessernde Maßnahmen " nötig, wie es in einer Erklärung aus dem Gröninger Hochbauamt heißt. Das Erdreich rings um das Bauland ist nicht fest genug, um später das Gebäude von allein tragen zu können. Daher wird das Gelände nun durch Betonpfeiler verstärkt. Diese Methode kommt auch bei den Baumeistern aus Venedig zum Tragen, an deren Vorbild sich die Gröninger Bauherren nun zu orientieren scheinen.

Zunächst wird dazu der Druck gemessen, den der Bohrkopf ausüben muss, um durch das Erdreich stoßen zu können. Hat dieser Druck in der Tiefe einen bestimmten Wert erreicht, wird der Bohrkopf zurückgezogen. Das so entstandene Loch wird mit trockenem Beton ausgefüllt, der durch das Grundwasser in der Erde bindet. Ein massiver Betonpfeiler ist das Ergebnis.

Bis auf diesen Pfeilern letztlich aber wirklich in der Turnhalle geturnt werden kann, ist es noch ein weiter Weg.

" Wetter hat uns schon einen Monat gekostet "

" Im Fördermittelbescheid heißt es, dass die Maßnahme bis zum 31. Dezember abgeschlossen sein muss. Und wir hoffen natürlich, dass wir diesen Termin halten können ", erklärt Kerstin Bergner vom Gröninger Hochbauamt im Volksstimme-Gespräch. Allerdings : " Das Wetter hat uns bislang schon einen Monat gekostet ", so Kerstin Bergner weiter.

Die Baukosten werden auf etwa 1, 7 Millionen Euro beziffert. Bergner : " Das Projekt wird aus Mitteln des Konjunkturprogramms II gefördert. " Das Geld fließt demnach zu Teilen aus Bundesmitteln ( 1, 1 Millionen Euro ) und Landesmitteln ( 187 000 Euro ). Die Stadt Gröningen stellt nochmals etwa 408 000 Euro Eigenmittel zur Verfügung.