Peseckendorf. Als sich vor fast zwei Jahren der Heimatverein Peseckendorf gründete, schrieben sich die Vereinsmitglieder mit ihrem Vorsitzenden Mario Engelmann auf die Fahnen, sich auch um den denkmalgeschützten Park zu kümmern, ihn wieder zu dem zu machen, was er einst war : Ein Landschaftsgarten mit Baumgruppen, Sträuchern, Wasserläufen und freien Sichtachsen.

Allein kann der kleine wie engagierte Heimatverein dieses Vorhaben kaum bewältigen, Partner wurden gesucht und gefunden. Da sind in erster Linie die Studenten der Hochschule Anhalt Bernburg-Strenzfeld zu nennen. Allen voran die Studenten Franziska Wunderlich und Marc Letzsch, Diplomanden im Studiengang Landschaftspflege. Sie haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten eingehend mit dem Park beschäftigt, den Baumbestand überprüft, sich einen Eindruck vom Zustand des Schlossparks gemacht. Gemeinsam mit Prof. Dr. Birgit Felinks, Studienberaterin Landschaftsarchitektur und Umweltplanung der Hochschule Anhalt in Bernburg stellten die Studenten gestern ihre ersten Ergebnisse vor, berichteten von den Schwierigkeiten, in dem dicht bewachsenen Park überhaupt einen Anfang zu finden.

Vertreter der Stadt Oschersleben, der Unteren Denkmalschutzbehörde, der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, Ortsbürgermeister Hilmar Tiemann, Heike Mortell vom Landesamt für Denkmalpflege und Architektur und natürlich Mario Engelmann verfolgten die Ausführungen der Studenten und machten sich während eines Rundganges durch den Park selbst ein Bild. Sie konnten hier bestens die Worte Birgit Felinks : " Der Park braucht Zuwendung, man sieht den Park vor Bäumen nicht ", nachvollziehen. Die zahlreichen roten Punkte, die Marc Letzsch und Franziska Wunderlich in ihre Übersichtskarte zeichnen mussten, zeigen letztlich, dass viele Baumpflegearbeiten auch aus Sicherheitsgründen an den zum Teil sehr alten Bäumen notwendig sind. Doch während des Rundganges wurde auch deutlich gemacht, dass der zahlreiche Aufwuchs möglicherweise als " Nachzucht " zur Verjüngung des Baumbestandes genutzt werden sollte.

" Dieses Treffen ist für uns ein großer Schritt vorwärts ", schätzte Mario Engelmann gestern ein.

Nun müssen die Ergebnisse der Diskussionen und Vorschläge, die sich während des Parkrundganges ergaben, zusammengefasst und konkretisiert werden. Im Ergebnis muss eine grobe Kostenschätzung entstehen, die wiederum Grundlage für einen Fördermittelantrag ist. Bis zum 30. Juni muss die Stadt Oschersleben beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten ( ALFF ) diesen Antrag über die Dorferneuerung abgeben haben, um gegebenenfalls Fördermittel für 2011 zu bekommen. Die Stadt muss den entsprechenden Eigenanteil im Haushalt 2011 einstellen.