Neuigkeiten aus dem Tiergehege des Oschersleber Wiesenparks : Zum einen sind zur besseren Orientierung weitere Zeichnungen der Gehegebewohner aufgestellt und zudem zwei Findelkinder aus dem Harz aufgenommen worden.

Oschersleben. Knapp 300 Tiere haben im Heimatzoo des Oschersleber Wiesenparks ihr Zuhause. Die einen leben in großen Freiland-Gehegen, andere in kleineren Volieren und wieder andere fühlen sich hinter Glas am wohlsten. Und genauso unterschiedlich reagieren sie auch auf Besuch. Die einen recken den Gästen furchtlos ihre Hälse entgegen, andere bleiben unbeteiligt dort, wo sie gerade sind, und wieder andere ziehen sich weit zurück.

Damit die Besucher aber auch auf Anhieb erfahren, wer denn in den vermeintlich leeren Behausungen wohnt und nach wem Ausschau gehalten werden muss, sind allerorts gut sichtbar Tafeln mit entsprechenden Zeichnungen aufgestellt worden. Mit sehr authentischen, lustigen und farbenfrohen Zeichnungen.

Gemalt hat diese Bilder der Oschersleber Künstler Kay Elzner, den Gehegewart Björn Löffler mächtig lobt. " Das sind ganz tolle Zeichnungen, manche Tiere sehen ganz genauso aus wie die Originale ", freut sich der Zoodirektor und erwähnt beispielsweise das Bild des Waschbären. Das sicherlich auch eine besondere Bedeutung hat, gehören doch die Waschbären zu den Tieren, die nicht den ganzen Tag über für die Besucher über den Laufsteg umhermarschieren.

Björn Löffler und die für das Tiergehege zuständige Stadtverwaltungsmitarbeiterin Sylvia Frehde sind aber auch begeistert, wie Elzner die Kamerunziegen, die Sittiche und all die anderen Tiere zu Papier gebracht hat. Oder besser zu Holz. Und ganz zu schweigen vom großen, kürzlich erneuerten Eingangsplakat an der Friedensstraße oder von der jüngst entstandenen Tafel, auf der Vogel und Hase um Futterspenden bitten.

Damit die Zwei- und Vierbeiner so originalgetreu rüber kommen, hat Kay Elzner reichlich Zeit investiert, also nicht einfach irgendein Tierbuch aufgeschlagen und abgemalt. Vielmehr ist er zunächst mit dem Fotoapparat losgegangen und hat die schönsten, lustigsten oder stattlichsten Wiesenparkbewohner abgelichtet. " Und diese Fotos waren dann meine Modelle ", so Elzner, der auch in Zukunft immer wieder gerufen wird, wenn ein Schild zu erneuern ist oder gegebenenfalls auch, wenn neue Tierarten einziehen.

Apropos einziehen. Eingezogen sind im Wiesenpark kürzlich zwei " Findelkinder " aus dem Harz. Und zwar ein Muffel-Lamm und ein Frischling. Während die Mutter des Lamms von einem Luchs gerissen worden ist, fiel die Mutter des kleinen Wildschweins Jägern zum Opfer. So dass beide Tierbabys auf sich allein gestellt waren und nun in Oschersleben aufgenommen worden sind. Während das etwas scheue Muffel-Lamm hier von einer Ziege großgezogen wird, kommt der muntere Frischling schon ganz gut allein zurecht, selbstredend mit Hilfe der Zoo-Mitarbeiter.

Und beide Tiere sollen hier auch ihren ständigen Wohnsitz bekommen. Wobei vor allem der Frischling noch um einiges wachsen muss, ehe er zu den anderen Wiesenpark-Wildschweinen darf, von denen nämlich nicht alle auf Findelkinder gut zu sprechen sind. " Aber wenn er größer ist, werden sie ihn schon annehmen ", so Björn Löffler.