Landkreis Börde. Der Landkreis Börde bleibt Mitglied im Verein InnoPlanta. Der Verein fördert nach eigenen Angaben die Entwicklung und den Einsatz moderner Methoden der Pflanzenzucht und wirbt für mehr Akzeptanz der Gentechnik. Der Verein betreibt unter anderem im Landkreis den Gentechnik-Schaugarten in Üplingen.

Der Fraktion der Linken im Kreistag war ein Dorn im Auge, dass der Landkreis seit Jahren Mitglied im Verein ist. Die Fraktion forderte nun in einem Antrag, dass der Landkreis austrete. Schließlich stünde in der Satzung des Vereins, dass sich ein jedes Mitglied verpflichte, die Vereinsziele zu unterstützen. Hier sieht die Linken-Fraktion einen Verstoß gegen die Neutralitätspflicht des Landkreises.

Linken-Fraktionschefin Gudrun Tiedge verteidigte den Antrag nochmals im jüngsten Kreistag : " Kaum ein anderes Forschungsgebiet wird so kontrovers diskutiert wie die Gentechnik. Auch in unserer Fraktion gibt es da verschiedene Meinungen. Allerdings halten wir es für schwierig, dass der Landkreis Mitglied in dem Verein ist. Gerade bei diesem Thema ist es nicht angebracht, dass sich der Landkreis mit seiner Mitgliedschaft für die Gentechnik ausspricht. " Kreistagsmitglied Jochen Dettmer ( SPD ) sieht den Landkreis durch den Verein gar " instrumentalisiert ".

" Eine Neutralitätsverletzung kann ich nicht ableiten. Im Vereinszweck der Satzung geht es um Aktivitäten in der Pflanzenzüchtung – und nicht allein um Gentechnik ", reagierte Gerhard Schmidt ( CDU ). Er erinnerte daran, dass Sachsen-Anhalt ein wichtiger Standort der Agrarwirtschaft sei und dies auch bleiben sollte. Deshalb plädiere er für die weitere Mitgliedschaft im Verein.

" Sollten schauen, in welchen Vereinen Mitgliedschaft sinnvoll ist "

Für eine weitere Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Vereins und auch anderer Vereine, in denen der Landkreis Mitglied ist, sprach sich Waltraud Wolff ( SPD ) aus. Sie warb dafür, die Mitgliedschaften des Kreises insgesamt zu prüfen. " Wir sollten schauen, in welchen Vereinen eine Mitgliedschaft sinnvoll ist ", sagte Wolff. In der Liste der Mitglieder von InnoPlanta seien beispielsweise große Konzerne. Wäre hier der Mitgliedsbeitrag des Landkreises nicht bei einem anderen Verein ohne große Unterstützer besser angelegt, fragte die Wolmirstedterin.

Einer weiteren Verschiebung des Linken-Antrages auf Austritt widersprach jedoch Gudrun Tiedge. Seit Monaten sei der Antrag in der Beratung gewesen. Sie forderte die Abstimmung. Und die fand eine Mehrheit gegen den Austritt. 17 Kreistagsmitglieder stimmten dafür, 23 dagegen, es gab eine Enthaltung.

• Das sagt der Verein im Internet über sich selbst :

• Der Verein InnoPlanta e. V. fördert die Entwicklung und den Einsatz moderner Methoden der Pflanzenzucht. InnoPlanta fördert alle Aktivitäten von landwirtschaftlichen Betrieben, Unternehmen, wissenschaftlichen Institutionen, Gebietskörperschaften und von Organisationen, die der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung der Pflanzenbiotechnologie und der modernen Pflanzenzucht dienen. Hierzu gehört auch die Vernetzung aller Beteiligten. InnoPlanta leistet Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung der Akzeptanz der Pflanzenbiotechnologie in der Bevölkerung sowie zur Präsentation Deutschlands als optimaler Standort für alle wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Aktivitäten im Bereich der Pflanzenbiotechnologie. InnoPlanta übernimmt die Rolle eines kompetenten Ansprechpartners und die Aufgabe der Informationsbereitstellung an Mitglieder, Öffentlichkeit, Medien und Politik.

• Partner des Vereins sind nach eigenen Angaben unter anderem Saatzüchter, landwirtschaftliche Betriebe, Biotech-Firmen, wissenschaftliche Einrichtungen, öffentliche Verwaltung, Banken, Industrie und Unternehmen.