Die Notfallbegleitung des alten Bördekreises hat ihr Hilfs-Angebot um die Einsatznachsorge erweitert und ist damit einer Bitte der Feuerwehr nachgekommen. Vier Mitglieder der Notfallbegleitung haben den dafür erforderlichen Lehrgang in Thüringen absolviert.

Oschersleben. Wenn Menschen von jetzt auf gleich in akute Notlagen oder Krisensituationen geraten, wenn sie also beispielesweise Opfer von Gewalttaten werden, wenn vor ihre Augen ein Angehöriger, gar das eigene Kind stirbt oder auch, wenn sie nach schweren Unfällen oder anderen Unglücken einen Schock erleiden, dann ist Beistand gefragt. Wie auch derjenige solch einen Beistand gut gebrauchen kann, der von der Polizei eine Todesnachricht überbracht bekommt, mit einem Selbstmord konfrontiert wird oder eine andere Familientragödie erleiden muss.

Doch ist solch ein Beistand nicht immer sofort da, mitunter dauert es eine Weile oder gar geraue Zeit, bis Verwandte

oder Bekannte zur Stelle sind und sich um die Betroffenen kümmern. Und um da einzuspringen, hat sich vor fünf Jahren für den Bereich des alten Bördekreises eine Notfallbegleitung gebildet, die sich in Trägerschaft des Kreisfeuerwehrverbandes befindet und gut 20 Mitglieder hat.

" Wir sind ein Zusammenschluss von ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die aus unterschiedlichsten Berufen kommen und auf fachlich fundierter Basis den Erstbeistand von Menschen übernehmen, die nach einem Notfallereignis unter starken seelischen Belastungen leiden ", sagt der Oschersleber Pfarrer Friedrich von Biela, der einer der Sprecher der Notfallbegleitung ist, die monatlich ein- bis zweimal zum Einsatz kommt, im Vorjahr insgesamt 15-mal gerufen wurde.

Diese Einsatzzahlen werden sich wohl künftig noch erhöhen. Denn was bisher nicht möglich war, sich nämlich auch um Einsätzkräfte zu kümmern, die bei außergewöhnlichen Einsätzen seelisch stark belastet werden, gehört jetzt zum Angebot. Vier Mitglieder der Unfallbegleitung haben jüngst in Thüringen einen entsprechenden Lehrgang besucht und dürfen jetzt beispielsweise den Feuerwehren eine Einsatzkräftenachsorge anbieten. " Ob einzelne Einsätzkräfte oder eine Gruppe, wer unsere Hilfe möchte, bekommt sie. Und das einen Tag nach dem Einsatz oder auch später ", sichert Friedrich von Biela zu, der einer der vier Nachsorge-Fachleute ist : " Wie bei der Notfallbegleitung, besteht auch für die Einsatzkräftenachsorge die Möglichkeit, uns über die Leitstelle anzufordern. "