Das historische Stadtarchiv, sozusagen das Gedächtnis eines jeden Ortes, befindet sich in Wanzleben hoch oben unter dem Rathausturm. Das soll auch künftig so bleiben. Ein Umzug ist nicht nötig, erklärte Bauamtsleiter Olaf Küpper. Lediglich die Unterlagen der Gemeinden nach 1990 wurden auf die Räume der Verwaltung verteilt. In jedem Fall bleiben aber auch sie in Wanzleben und werden nicht wie es ursprünglich im Ortschaftsrat diskutiert wurde, nach Oschersleben ausgelagert.

Wanzleben. Die Diskussionen, dass das historische Stadtarchiv aus dem Wanzleber Rathaus ausgelagert, oder gar nach Oschersleben gebracht werden soll, sind vom Tisch. Bauamtsleiter Olaf Küpper : " Das historische Archiv kann unterhalb des Rathausdaches bestehen bleiben. Unter dem Archivraum befindet sich ein belastbares Gewölbe, so dass es hier keine statischen Probleme gibt. " Für die alten Unterlagen, wie beispielsweise Einwohnerverzeichnisse aus den Jahren 1797 bis 1871 ( sogenannte Seelenlisten ), Karten und Bauakten sowie Kämmerrechnungen, die jährlichen Abrechnungen des Finanzwesens der Stadt Wanzleben ( die älteste stammt hier aus dem Jahr 1646 ), sei der Raum mit seinen Lehmwänden ein geeigneter Lagerort. Davon ist Ortschronist Walter Götze überzeugt. " Ich habe mich gegen einen Umzug des historischen Archivs ausgesprochen, weil jedes Umräumen auch automatisch Verlust mit sich zieht ", erklärt Walter Götze. Auch sein Kollege Prof. Gerd Gerdes, der Ende Mai einen zweiten Band der Wanzleber Ortschronik herausbringt, zeigt sich über die Entscheidung, das alles so bleibt, wie es ist, sehr zufrieden. Viele Akten und Unterlagen habe er hier im historischen Archiv während der Recherche für seinen zweiten Band, in dem er die Geschichte der Ortsteile Blumenberg, Stadt Frankfurt, Schleibnitz und Buch aufarbeitet, sichten müssten.

Ausgelagert werden mussten jüngst lediglich die Unterlagen der Ortschaften, die sich hier nach 1990 angesammelt hatten. Der zum historischen Archiv vorgelagerte Raum musste laut Bauamtsleiter Küpper gänzlich leergeräumt werden, um zum einen an dieser Stelle das Dachgebälk zu entlasten und zum anderen für Baufreiheit während der Bauarbeiten an den Balkenköpfen zu sorgen. Hauptamtsleiterin Dr. Martina Neshau : " Wir haben diese Unterlagen auf Räume innerhalb der Verwaltung verteilt. Eine endgültige Lösung ist noch nicht gefunden, aber auch diese ausgelagerten Akten bleiben in Wanzleben. " Die Stadt könne sich glücklich schätzen, dass es die beiden Chronisten Prof. Gerd Gerdes und Walter Götze gibt, die sich um das historische Archiv kümmern. Sie halten Ordnung in den Büchern und Aktenbergen. Dabei kommt ihnen das sogenannte Findebuch, das auf Geheiß des 1938 amtierenden Bürgermeisters Wessel angelegt wurde, zugute.