In Remkersleben wächst der Unmut über die geplanten Bauarbeiten am Bürgershaus. Seit Februar 2008 kämpfen und sammeln die Einwohner für die überfällige Sanierung des seit fast 20 Jahren leerstehenden Gebäudes. Doch bisher tat sich nichts. Während die Anwohner bereits ihre Unzufriedenheit äußern, wächst die Verwunderung des Ortsbürgermeisters über die Verwaltung. Diese war vom Klein Wanzleber Gemeinderat bereits im Sommer 2008 mit der Antragstellung von Fördermitteln beauftragt worden. Doch dieser konnte aufgrund von fehlenden Unterlagen bis heute nicht vom ALF bearbeitet werden.

Remkerleben. In der Ortschaft Remkersleben wächst der Unmut über die ausbleibenden Bauarbeiten am Bürgerhaus. Der Remkersleber Wilfried Ducho schreibt : " Vor gut zwei Jahren wurde vom Ortschaftsrat beschlossen, den Ausbau des Saales der ehemaligen Gaststätte, Eichel ‘ zum Bürgerhaus in Angriff zu nehmen. Anträge auf Fördermittel sollten gestellt, eine Baugenehmigung beantragt und Eigenmitteln zur Verfügung gestellt werden. Auch ein Sonderspendenkonto wurde auf Initiative des Ortsbürgermeisters eingerichtet. "

Beschluss liegt seit Mitte 2008 vor

Insgesamt 5000 Euro kamen zusammen. Doch bis jetzt passierte nichts an dem Dorfgemeinschaftshaus. Auf Nachfrage habe Ducho erfahren, dass es Schwierigkeiten mit den Fördergeldern gebe. Die Frage des Remkerslebers : " Wie kann es sein, dass ein Antrag auf Fördergelder über zwei Jahre nicht gestellt wurde ?" Angesichts der Entwicklung fragt sich das Chormitglied des Männergesangvereins Remkersleben, wo zum 150-jährigen Bestehen des Vereins im nächsten Jahr die Feierlichkeiten stattfinden werden. Da komme wohl nur wieder ein kleines Zelt oder die Kirche als Veranstaltungsort in Frage. Die Unzufriedenheit ist groß.

Auch Ortsbürgermeister Christian Becker zeigt sich sehr verwundert über das, was er vom Bauordnungsamt des Landkreises erfahren hat. " Als ich am Donnerstag vergangener Woche dort angerufen habe, sagte man mir, dass sie aktuell die Baugenehmigung an das Bauamt in Wanzleben geschickt haben. Die Genehmigung hätte erst jetzt erteilt werden können, weil noch Angaben zur Statik gefehlt hätten. Somit kann die Verwaltung die fehlenden Unterlagen für den Fördermittelbescheid erst jetzt an das Amt für Landwirtschaft- und Flurerneuerung ( ALF ) abschicken ", erklärt er, und weiter : " Immer wenn ich nachgehakt habe, ob beim ALF oder beim Bauordnungsamt, habe ich die Information bekommen, dass zur Bearbeitung immer noch eine wichtige Unterlage fehle. "

Für das Bauprojekt " Dorfgemeinschaftshaus " hat die selbstständige Gemeinde Klein Wanzleben den Eigenanteil von 180 000 Euro auf mehrere Jahre verteilt im Haushalt eingeplant. 90 000 Euro sind dafür im aktuellen Plan vorgesehen. Für die Antragsstellung der Fördermittel, die vom Gemeinderat Klein Wanzleben im Sommer 2008 beschlossen wurde, bedient sich die Gemeinde des Bauamtes. Die Mitarbeiter sind für die Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses zuständig.

Christian Becker : " Ich bin schon verwundert, dass die Verwaltung unvollständige Anträge an das ALF gegeben haben soll. Das machen die doch nicht zum ersten Mal ?" Die letzte Information, die er bekommen habe, war, dass die Mitarbeiter im ALF den Antrag nicht bearbeiten konnten, weil immer noch wichtige Anlagen, wie beispielsweise die Baugenehmigung fehlten. Diese Aussage bekam Becker bereits im November vergangenen Jahres. Inzwischen ist es wieder März. Becker : " Die Bürger haben das Gefühl, dass für den Saalausbau im Dorfgemeinschaftshaus die Bremse angesetzt worden ist. Mich ärgert es auch, dass nichts passiert und die Baugenehmigung erst jetzt erteilt wurde. Wir hoffen auf zirka 70 000 Euro Fördermittel, so dass mit einem Eigenanteil der Gemeinde von 180 000 Euro das nötige Gesamtvolumen für die Sanierung von 250 000 Euro erreicht werden kann ", erklärt Christian Becker.

" Noch ein weiteres Jahr übersteht der Saal nicht "

Sollte die Förderung widererwarten ausbleiben, müsse dennoch so schnell wie möglich gehandelt werden, sagte Becker auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. " Es muss dringend etwas unternommen werden. Das Gebäude hält unsaniert kein Jahr länger mehr durch. Noch so einen Winter wird das Dach nicht überstehen. "

Der Ortsbürgermeister erhofft sich bis spätestens Ende dieses Monats eine Mitteilung vom ALF zu erhalten.

" Wir benötigen dringend eine Genehmigung für die Mittel, um mit den Arbeiten beginnen zu können. "

Eigentlich hatten die Remkersleber bereits im März 2009, genau vor einem Jahr, mit einer Fördermittelzusage gerechnet ( Volksstimme berichtete ).

Schon seit Februar 2008 gibt es im Remkersleben bereits die Arbeitsgruppe Bürgerhaus-Anbau. Zu diesem Zeitpunkt nahm man sich vor, den rund 100 Quadratmeter großen Saalanbau des 1650 erbauten Bürgerhauses zu entkernen. Der erste Arbeitseinsatz wurde organisiert. " Wir waren richtig euphorisch und hatten 2008 noch gehofft, in einem guten Jahr, zur ersten Feier in den renovierten Saal einladen zu können ", schreibt Ducho.

Aktuell bereitet der Zustand des Daches dem Ortsbürgermeister die größten Sorgen. Da die Feuchtigkeit eindringt, besteht die akute Gefahr, dass das Haus den Remkerslebern im wahrsten Sinne des Wortes " unter den Füßen weggammelt ", noch bevor die Bauarbeiten beginnen können. Chormitglied Wilfried Ducho fragt abschließend : " Wie kann es sein, dass ein Antrag auf Fördergelder in einer Zeitspanne von knapp zwei Jahren bis heute noch immer nicht vollständig beim ALF eingereicht werden konnte ?"