Hornhausen. Den Lebensabend wie ein König zu verbringen - das dürfte der Wunsch eines Jeden sein. Doch die Realität sieht leider oft anders aus. Nicht aber im Alten- und Pflegeheim Hornhausen. Dort wartet ein 23-köpfiges Team mit einem echten Schloss als Herberge auf. Dank einer Gabe des Grafen von Asseburg leben die Heimbewohner hier nicht wie in einem Krankenhaus. Sondern betten sich wie Könige und Prinzessinnen.

Ließe man ein Grundschulkind ein Schloss aus seiner Fantasie malen, das Bild würde wohl dem Alten- und Pflegeheim " Schloss Hornhausen " überraschend ähneln. Hohe Räume, schweres Holzmobiliar, Stuck und Wandmalereien. Hier lässt es sich leben und sicherlich auch fürstlich den Lebensabend genießen.

Und genau das tun im DRKPflegeheim " Schloss Hornhausen " bis zu 37 Bewohner, die von 23 Betreuern und Pflegern umsorgt werden. Dass dabei der Spaß nicht verloren geht, darum sorgen sich vier Betreuer, die gemeinsam mit den Bewohnern die Freizeitgestaltung planen und organisieren. Da werden Fahrten ins Kino genauso unternommen, wie gemeinsame Faschingsfeiern.

" Unsere Bewohner freuen sich über den familiären Umgang im Haus ", erzählt Kay Zimmermann. Der Pflegeheimleiter hat mit dem Altersruhesitz der besonderen Art übrigens noch große Pläne : " Momentan begutachten wir Vorschläge für eine neue Fassade. " Die wäre bitternötig, schließlich versprüht die graue und stellenweise abbröckelnde Außenwand des Gebäudes momentan nicht den Charme, den es in sich birgt. " Ich hoffe, dass das Schloss bald wieder in seinem alten Glanz erstrahlen kann ", so Kay Zimmermann.

Aber es sind eben diese Modernisierungsmaßnahmen, die der Pflegeheimleitung immer wieder Kopfzerbrechen bereiten. Kay Zimmermann erklärt die Gründe dafür : " Es handelt sich bei unserem Haus nicht um eine Imitation, also einen Nachbau. Dieses Gebäude ist wirklich ein Schloss, das erst Mitte des 20. Jahrhunderts aus der Hand des Grafen von Asseburg gegeben wurde. Und da es sich somit um ein historisches Gebäude handelt, unterliegen alle Maßnahmen am und im Haus dem sorgfältigen Blick des Denkmalschutzes. " Klingt wie eine schier unlösbare Aufgabe. Gleichzeitig die Historie des Gebäudes zu erhalten und dabei ein sicheres und altersgerechtes Wohnen anzubieten - da bedarf es schon einiger Kreativität bei der Umsetzung. So zum Beispiel, wenn es um die aktuellen Brandschutzbestimmungen geht. Moderne und sichere Türen passen einfach nicht ins Bild des Schlosses. Also wurden die alten Türen mit reichlichen Intarsien kurzerhand den Auflagen angepasst. So wie an diesen Türen lassen sich viele weitere Beispiele aufzeigen, die das Pflegeheim " Schloss Hornhausen " zu einem Unikum werden lassen. Die Ölgemälde an den Wänden der großzügig geschnittenen Flure sind genuso historisch und echt, wie die Kamine und manche Möbel. Diese aber gehörten ursprünglich nicht zum Inventar des Schlosses. " Nachdem der Graf das Haus nach dem II. Weltkrieg dem Landkreis übertrug, wurde es zunächst als Flüchtlingsheim umfunktioniert. Zwischendurch ging es in den Besitz der Kommune. Und in dieser Zeit sind einige Möbel und dergleichen spurlos verschwunden ", gibt Kay Zimmermann Auskunft über die wechselvolle Geschichte des Hauses. Der Heimleiter weiter : " Anfang der Neunziger Jahre ging es dann zu Händen des Roten Kreuzes. Doch da war das Schloss schon fast gänzlich ausgeplündert. " Doch mit viel Engagement und Herzblut baute das Team vom DRK das Schloss nach und nach zu einem funktionstüchtigen Alten- und Pflegeheim aus.

Dass die Bewohner bei wichtigen Entscheidungen rund um ihre Seniorenresidenz nicht übergangen werden, dafür sorgt das zentrale Mitwirkungsgremium und die Interessenvertretung für die Bewohner der Einrichtung : der Heimbeirat. Durch ihn wirken die Bewohner in Angelegenheiten des Heimbetriebs wie Aufenthaltsbedingungen, Heimordnung, Verpflegung und Freizeitgestaltung mit. Der Heimbeirat besteht aus drei Bewohnern und wird immer für die Dauer von zwei Jahren gewählt.