Eine Wildunfall-Arbeitsgruppe ist im Revierkommissariat Oschersleben gegründet worden. Sie will Maßnahmen entwickeln, mit deren Hilfe die Zahl der Verkehrsunfälle verringern wird, an denen Wild beteiligt ist.

Oschersleben. Der Schreck ist groß und die Chance auszuweichen gering, wenn plötzlich ein Reh oder ein Wildschwein vor das Auto läuft. Und auch die besten Bremsen nützen meistens nichts. Es kracht. Zurück bleiben nicht selten kaputte Fahrzeuge, verletzte Insassen und tote Tiere.

Das ist auf den Straßen der Verwaltungsgemeinschaft Oschersleben sowie der Verbandsgemeinden Obere Aller und Westliche Börde im vergangen Jahr insgesamt 305 Mal passiert. Womit die Verkehrsunfälle, an denen Wildtiere, meistens Rehe, beteiligt waren, abermals die Unfallstatistik anführen. Selbst beim Rückwärtsfahren und Wenden sind im Zuständigkeitsbereich des Oschersleber Polizei-Revierkommissariats vor Jahresfrist weniger Beulen verursacht worden.

Und um diese hohe Zahl der Wildunfälle zu senken, hat sich jetzt eine Wildunfall-Arbeitsgruppe formiert. In der hat Polizei-Kommissariatsleiter Roland Wulff etliche seiner Kollegen sowie Vertreter des Landkreises, der Jäger, des Straßenbauamtes, der Verkehrswacht, der Straßenmeisterei, des ADAC und von Versicherungen zusammengeführt.

Schnell waren sich alle einig, dass niemand ein Patentrezept besitzt, sondern " in einer konzertierten Aktion " mehrere Maßnahmen kombiniert werden müssen, um die Zahl der Wildunfälle zu verringern. Und einig waren sich die Arbeitsgruppen-Mitglieder auch darin, dass zu diesen Maßnahmen keine Großjagden gehören, weil ein verstärkter Abschuss gar nichts bringen würde. " Je mehr Tiere abgeschossen werden, je größer ist die Reproduktion ", sagte Kreisjägermeister Heinrich Schulze. Und selbst bei einem reduzierten Wildbestand wäre nicht damit zu rechnen, dass sich weniger Tiere auf den Straßen tummeln, weil das Wild immer wieder nachrücken würde.

" Ein Patentrezept

gibt es

dafür nicht "

So sind es auf der einen Seite vor allem Duftzäune und Reflektoren, die die Tiere abschrecken sollen, auf die Straße zu laufen. Und auf der anderen Seite sind es Maßnahmen, die bei den Kraftfahrer mehr Vorsicht bewirken sollen. Zu denen gehören Geschwindigkeitsbegrenzungen und Geschwindigkeitskontrollen genauso wie Informations- und Warnschilder. Oder auch rote " Dreibeine ", die die Kreisverkehrswacht Oschersleben den Mitgliedern der Arbeitsgruppe präsentiert hat und die zur Abschreckung überall dort aufgestellt werden sollen, wo sich ein Wildunfall ereignet hat.

Und mit einem bunten Mix all dieser Maßnahmen sollen nun vor allem die 60 Kilometer Straße bestückt werden, auf denen die meisten Wildunfälle verzeichnet werden. Das ist unter anderem zwischen Hornhausen und Neuwegersleben, Hornhausen und Ottleben, Sommerschenburg und Badeleben sowie Barneberg und Hohnsleben.

Diese Maßnahmen sollen nun in den nächsten Wochen umgesetzt werden. Und wenn die Wildunfall-Arbeitsgruppe im nächsten Frühjahr wieder zusammenkommt, wollen sich die Mitglieder anschauen, was es gebracht hat und gegebenenfalls weitere Maßnahmen beschließen.