Die Aufwertung der optischen Telegrafenlinie, die unter anderem Hohendodeleben tangiert, und andere ehrgeizige, zu fördernde Projekte, die zur ländlichen Entwicklung beitragen, waren das Thema in Wanzleben. Denn hier trafen sich die Mitglieder der Leader-Aktionsgruppe ( LAG ) " Bördeland ", um die Prioritätenliste der Projekte für das Jahr 2010 festzulegen.

Wanzleben. Derzeit erinnert lediglich ein Schild an die ehemalige Telegrafenstation auf dem Fuchsberg bei Hohendodeleben. Sie war eine von elf Telegrafenstationen der Linie von Berlin nach Koblenz, die sich auf sachsen-anhaltischem Gebiet befinden. Der Interessengemeinschaft Optische Telegraphenlinie Preußen ist viel daran gelegen, diese Linie wieder bekannt zu machen, wie auch Torsten Wambach als Mitglied dieser Interessengemeinschaft bei einer Mitgliederversammlung der Leader-Aktionsgruppe " Bördeland " in Wanzleben verdeutlichte.

Vom Fuchsberg bei Hohendodeleben, dort, wo jetzt eine Kompostieranlage ist, kann man zwar die nächste Station auf der Johanniskirche in Magdeburg sehen, aber ansonsten ist hier nicht mehr von der Telegrafenlinie zu erkennen. Den Mitgliedern der Interessengemeinschaft schwebt es vor, am Geburtshaus des Friedrich von Matthisson in Hohendodeleben mittels einer Tafel an die Telegrafenlinie zu erinnern. Warum ? Matthisson hatte optische Telegrafie bei einer Reise in Frankreich kennen gelernt und sie auch beschrieben, ohne zu wissen, dass in seinem Heimatort auch einmal eine solche Station errichtet wird.

Ziel ist es, die einzelnen Stationen durch den Telegrafenradweg zu verbinden, um das Interesse zu wecken, nicht nur eine Station, sondern auch die Nachbarstationen zu entdecken. " Wenn wir an jeder Station etwas Neues anbieten, können wir die Leute auch in Ecken bringen, die sonst weniger frequentiert werden ", so Torsten Wambach. Doch dabei sollen nicht viele Wege neu gebaut werden, sondern geschaut werden, welche vorhandenen Wege genutzt werden können. Großer Wert wird vor allem auf die Beschilderung gelegt. Eine Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club besteht bereits.

Da der Telegrafenradweg ein überregionales Projekt ist, an denen die Landkreise Börde, und Jerichower Land sowie die Stadt Magdeburg beteiligt sind, wurde kürzlich auch eine Kooperationsvereinbarung im Rahmen der Integrierten ländlichen Entwicklung in der Region Magdeburg unterzeichnet. Zudem ist das Thema Bestandteil des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes ( ILEK ). Doch die Aufwertung der Hohendodeleber Telegrafenstation sowie der Telegrafenradweg sind nur zwei Projekte, die in diesem Jahr in die Projektliste der Leader-Aktionsgruppe " Bördeland " aufgenommen wurden. Insgesamt sind es 15 Projekte, die auf Förderung hoffen. Darunter sind auch die Sanierung der Dorfgemeinschaftshäuser in Remkersleben und Dreileben sowie des Gemeindezentrums " Pferdestall ", die Zuwegung zum Domersleber See und die Kirche Sülldorf als Station einer Salzroute.

Da auch die Leader-Aktionsgruppe " Bördeland " einen finanziellen Orientierungsrahmen hat, war es erforderlich, dass eine Prioritätenliste der Projekte erstellt wurde. Prioritäten wurden dabei vor allem auf die Schaffung von Arbeitsplätzen, der Förderung der Daseinsvorsorge und die überregionale Zusammenarbeit gelegt.

Die LAG " Bördeland " wird aus den Gemeinden Stadt Wanzleben-Börde, Sülzetal und Bördeland gebildet. Sie wurde im Februar 2008 als Leader-Region anerkannt. Mitmachen können alle Bürger, Unternehmen, Vereine und Kommunen, die mit ihren Ideen zur Entwicklung der Region beitragen möchten. Derzeit hat die Aktionsgruppe 37 Mitglieder.