Die bisher amtierende Bürgermeisterin Petra Hort hat bei der gestrigen Stichwahl um das Bürgermeisteramt der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde mit 77, 61 Prozent der abgegebenen Stimmen ( 2541 ) das Rennen gemacht. Silke Schindler konnte 22, 39 Prozent der Stimmen ( 733 ) auf sich vereinen. Die Wahlbeteiligung war mit insgesamt 29, 14 Prozent sehr niedrig. Insgesamt waren 11 330 Wahlberechtigte der neuen Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde aufgerufen ihre Stimme abzugeben. Nur 3303 Bürger machten davon Gebrauch.

Stadt Wanzleben – Börde.

Nach nur einer dreiviertel Stunde waren gestern Abend alle 3303 Stimmzettel der Stichwahl in den 14 Wahllokalen der Einheitsgemeinde ausgezählt. Kein Wunder, dass alles so schnell ging, die Wahlbeteiligung lag bei äußerst mageren 29, 14 Prozent.

Bereits gegen 18. 25 Uhr stattete Silke Schindler ( SPD ) ihrer Kontrahentin Petra Hort ( Die Linke ) im Rathaus einen Besuch ab und gratulierte ihr zum sich bereits abzeichnenden Wahlsieg der Linken. Mit 2541 Stimmen konnte Petra Hort am Ende sogar noch mehr Wähler für sich aktivieren, im Vergleich zur ersten Runde vor 14 Tagen ( 2172 Stimmen ). Silke Schindler musste im Gegensatz dazu noch Stimmen einbüßen. Die Stichwahl war erforderlich, weil beide Kandidatinnen bei der Bürgermeisterwahl am 14. März zwar die meisten Stimmen der fünf Kandidaten hatten, keine von ihnen aber eine absolute Mehrheit erreichte.

Das beste prozentuale Ergebnis gestern hatte Petra Hort im Wahllokal I in der Wanzleber Johann-Wolfgang-von-Goethe-Straße. Hier stimmten 88, 22 Prozent ( 262 Wähler ) für Petra Hort. Silke Schindler kam hier mit 35 Stimmen auf nur 11, 78 Prozent. Das schlechteste Wahlergebnis und dennoch gewonnen hatte die frischnominierte Bürgermeisterin ( das Ergebnis ist erst vorläufig und muss am heutigen Montag vom Wahlausschuss noch bestätigt werden ) in Klein Rodensleben. Hier schaffte es Petra Hort nur knapp über die Hälfte der Stimmen auf 53, 4 Prozent ( 55 Wähler ). Silke Schindler wählten hier 46, 6 Prozent ( 48 Wähler ). Hier lag die Wahlbeteiligung bei geringen 22, 7 Prozent.

Beide Kandidatinnen bemängelten die extrem niedrige Wahlbeteiligung. " Dies sei sehr traurig, gar katastrophal ", urteilten beide. Die schlechteste Wahlbeteiligung gab es in Dreileben ( 18, 37 Prozent ). Hier gaben nur 97 von 528 Wahlberechtigten ihre Stimme ab. In Hohendodeleben lag die Wahlbeteiligung bei 19, 04 Prozent ( 288 abgegebene Stimmen von 1513 Wahlberechtigten ). In Eggenstedt gingen nur 45 Bewohner von 227 Wahlberechtigten zur Wahl ( 19, 82 Prozent ). Auch in Seehausen lag die Beteiligung an der Wahl mit nur 21, 32 Prozent ( 348 von 1632 Wahlberechtigten ) sehr schlecht. Insgesamt war an dem Wahlsonntag festzustellen, dass um so weiter die Ortschaften vom Verwaltungssitz der Einheitsgemeinde entfernt lagen, die Wahlbeteiligung umso geringer war.

In Wanzleben war die Beteiligung leicht besser. Im Lokal I in der Goethestraße lag die Beteiligung bei 31, 04 Prozent ( 298 abgegebene Stimmen von 960 Wahlberechtigten ), im Wahllokal II im Rathauskeller bei 37, 79 Prozent ( 441 abgegebene Stimmen von 1167 Wahlberechtigten ) und im Wahllokal III in der Grundschule Lindenpromenade bei 40, 1 Prozent ( 638 abgegebene Stimmen von 1591 Wahlberechtigten ).

Die beste Wahlbeteiligung hatte übrigens der Ortsteil Blumenberg. Hier gaben 170 Bewohner von 361 Wahlberechtigten ihre Stimme ab ( 47, 09 Prozent ). 136 Anwohner wählen Petra Hort. Sie ist nun für sieben Jahre hauptamtliche Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde. Die 54-Jährige ist seit 2006 Bürgermeisterin der Stadt Wanzleben und führt seit Gründung der Einheitsgemeinde die Amtsgeschäfte. Die konstituierende Sitzung für den Stadtrat, der bereits vor 14 Tagen gewählt wurde, ist am 13. April.

Silke Schindler sagte gestern Abend : " Viel Kraft soll sie haben. Es wird keine leichte Aufgabe werden. Ich wünsche ihr deshalb eine glückliche Hand. " Silke Schindler ist Mitglied des Ortschaftsrates Wanzleben und zieht in den Stadtrat der neuen Einheitsgemeinde ein. Sie will zur Landtagswahl als Kandidaten 2011 wieder in den Wahlkampf ziehen.

Petra Hort freute sich über den Wahlsieg und bekräftigte erneut, dass sie es als wichtige Aufgabe ansehe, die Ortschaften zusammenzuführen. " Und Silke Schindler wird mir schon mit ihren Ämtern, die sie inne hat, Dampf unterm Hintern machen ", meinte Petra Hort gestern Abend lachend gegenüber der Volksstimme im Beisein von Silke Schindler