Das Polizeirevier Börde in Haldensleben hat seit vorgestern einen neuen Leiter. Sachsen-Anhalts Polizeipräsident Wolfgang Mönckmeyer führte Armin Friedrichs ( 57 ) gestern in sein neues Amt ein. Friedrichs ist seit fast 37 Jahren im Polizeidienst, war zuvor lange Jahre Leiter des Polizeireviers Jerichower Land und zuletzt als Referent im Innenministerium beschäftigt.

Haldensleben. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge nehme er die Amtseinführung Friedrichs vor, sagte Polizeipräsident Mönckmeyer vorgestern Vormittag in Haldensleben. Das weinende Auge deshalb, weil er gleichzeitig den bisherigen Leiter des Polizeireviers Börde, Gerhard Gottschlich, aus dieser Funktion verabschiede. Gottschlich gibt aus gesundheitlichen Gründen den Posten ab und wechselt ins Beschwerdemanagement der Polizei.

Anfang vergangenen Jahres war er schwer erkrankt, in seiner Abwesenheit hatte Frank Seitenglanz, der Leiter des Revierkriminaldienstes, die Leitung übernommen. Die Ärzte hätten ihm nun zu dem Schritt geraten. " Die Revierleitertätigkeit ist ein Job rund um die Uhr. Du musst zu jeder Zeit bei deiner Mannschaft sein, wenn es schwer wird. Das kann ich jetzt nicht mehr leisten ", sagte der 59-Jährige sichtlich bewegt. Er nutzte den Termin, um sich bei seinen Kollegen als Leiter zu verabschieden und ihnen für die Arbeit zu danken. Polizeipräsident Mönckmeyer und die Haldensleber Kollegen taten es ihm gleich und verabschiedeten Gottschlich mit einem Blumenstrauß, einem Erinnerungsfoto und den besten Wünschen für Gesundheit und die neue Aufgabe.

Der neue Mann an der Spitze der Polizei im Landkreis Börde ist den Beamten kein Unbekannter. Durch seine langjährige Tätigkeit in der Polizeidirektion Stendal, als langjähriger Leiter des Polizeireviers Jerichower Land und zuletzt als Referent für Einsatzangelegenheiten im Innenministerium hat Armin Friedrichs oft mit den Kollegen aus Haldensleben und dem Landkreis zu tun gehabt, wie er sagte. " Für mich ist es kein Neuland, das ich betrete. Ich freue mich auf die Arbeit ", sagte Armin Friedrichs gestern. Im Polizeirevier Börde sei in der Vergangenheit gute Arbeit geleistet worden, was sich auch in den statistischen Zahlen widerspiegele. Darauf wolle er aufbauen. Hauptaugenmerk wolle der neue Revierleiter auf die Bekämpfung der Kriminalität und der Verkehrsunfallzahlen legen. Gleichzeitig werde er sich für eine weitere Integration der Reviere und Revierstationen im großen Landkreis Börde einsetzen. Ähnlich wie in der kommunalpolitischen Struktur müsse es auch ein weiteres Zusammenwachsen bei der Polizei geben. " Wir müssen uns als ein Polizeirevier verstehen ", sagte Armin Friedrichs.

" Ich wünsche ihnen das Glück, was einem auch beschieden sein muss, um so eine große Dienststelle zu führen. Denn es werden auch schwierige Zeiten kommen, die Personalkurve bis 2020 wird nach wie vor nach unten gerichtet sein. Das ist unser Problem, und das werden wir nur mit gut motiviertem Personal durchstehen können ", sagte Polizeipräsident Mönckmeyer. Die Zahl der Vollzugsbeamten im Land soll in den nächsten Jahren von 3 000 auf 2 400 sinken. Was das für das Polizeirevier Börde und den Landkreis Börde bedeuten wird, sei jetzt noch nicht absehbar, dafür sei es jetzt noch zu früh, so Wolfgang Mönckmeyer.