Der Weg zur Partnerschaft

• 19. Oktober 1989 : Eine Schöninger Delegation besucht Oschersleben

• 24. November 1989 : der Schöninger Rat fasst einstimmig den Beschluss für die Partnerschaft

• 11. Dezember 1989 : die Oschersleber Stadtverordneten fassen den Beschluss pro Partnerschaft

• 2. Februar 1990 : Im Schöninger Schloss wird die Urkunde unterzeichnet.

• Auszug aus der Urkunde : " Getragen von dem Wunsch, einen aktiven Beitrag zum Frieden in der Welt und zu gutnachbarlichen Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten und ihren Bürgern zu leisten, sind die Städte Oschersleben und Schöningen übereingekommen, Partnerschaftsbeziehungen herzustellen und zu erhalten. "

Das 20-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen Oschersleben in Sachsen-Anhalt und Schöningen in Niedersachsen wurde am Sonnabend von Vertretern aus Verwaltung und Politik beider Städte mit einem Festakt in der Jockel-Klein-Halle der Motorsport Arena begangen. Die Beteiligten ließen in ihren Reden eine aufregende Zeit lebendig werden.

Oschersleben. Als die erste Delegation aus Schöningen am 19. Oktober 1989 in Oschersleben mit dem Reisebus eintraf, war der Mauerfall noch undenkbar. Er schaffte erst am 9. November neue Realitäten und für die Vertreter der beiden Städte aus Ost und West für ihre Idee einer Partnerschaft neue Möglichkeiten. Die Beteiligten von damals dachten zum Festakt teilweise in sehr persönlicher Art und Weise an damals zurück. Siegfried E. Pause war zu der Zeit Bürgermeister auf Schöninger, Karl-Heinz Skrzypczak auf Oschersleber Seite. " Ich erinnere mich genau ", erzählt Pause vom Abschied nach dem ersten Besuch in Oschersleben. " Ich sagte zu Karl-Heinz Skrzypczak ein wenig burschikos : ¿ Na, jetzt seid ihr aber dran ‘. Und er antwortete sinngemäß : ¿ Wir wollen ja gern lieber heute als morgen. ‘" Da hätten sie noch in Monatsfristen für Besuche gedacht. Gut vier Wochen später sahen sie sich zur Grenzöffnung wieder ... Und keine drei Monate später war die Städtepartnerschaft besiegelt worden. Karl-Heinz Skrzypczak betonte : " In den Füllern war zwar Tinte, aber ich glaube für alle zu sprechen, wenn ich sage, wir unterschrieben mit Herzblut. " Und es sei, darin waren sich alle einig, auch eine Freundschaft zwischen den Menschen in der Elmstadt und der Stadt an der Bode entstanden.

Oscherslebens heutiger Bürgermeister Dieter Klenke hob in diesem Zusammenhang hervor : " Was in diesen Tagen geschah, war für mich bereits die deutsche Wiedervereinigung im Kleinen. " Er verwies auf die Hilfe, welche Schöningen der Bodestadt beim Aufbau neuer Strukturen leistete und auf die vielfältigen Kontakte unter den Vereinen beider Städte als Zeichen einer lebendigen Partnerschaft. " An uns, die Verantwortung tragen, liegt es, sie weiter zu pflegen. " Darin stimmte Matthias Wunderling-Weilbier überein, Schöninger Bürgermeister seit dem Jahr 2006. Er sieht in der Partnerschaft über die Stadtgrenzen hinaus einen Beitrag zur europäischen Friedensordnung. Sie helfe bei der Aussöhnung, Annäherung und Verständigung im einst geteilten Deutschland.

Die Verantwortlichen wollen die Partnerschaft künftig weiter pflegen. Es sei inzwischen Tagesgeschäft, so die beiden amtierenden Bürgermeister, sich zum Beispiel bei der Verwaltungsarbeit mit Ratschlägen zur Seite zu stehen. Lebendig zeigt sich die Partnerschaft im Jubiläumsjahr auch mit vielen Veranstaltungen, wie zum Beispiel Ausflügen und Festtagen unter Beteiligung beider Seiten.