Oschersleben. " Die CDU will in Oschersleben die Wirtschaftskompetenz an sich ziehen ", sagte gestern Mathias Pfützner, christdemokratischer Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, bei einem Besuch der oddesse Pumpen- und Motorenfabrik Oschersleben. Deshalb wollen er und seine Fraktionskollegen einmal im Monat Betriebe besuchen, um die Sorgen und Nöte der Unternehmen kennenzulernen. Neben der Visite in der oddesse besuchten die Kommunalpolitiker gestern die Firmen PFE und Joh Elektrotechnik. Mit dabei Landrat Thomas Webel ( CDU ).

" Es ist nicht einfach, in diesen schweren Zeiten schwarze Zahlen zu schreiben. Ich danke Ihnen, dass Sie am Standort Oschersleben Arbeitsplätze sichern ", sagte Webel zu Joachim Kunkel, zusammen mit Harald Schmidt Inhaber sowie Geschäftsführer der oddesse Pumpen- und Motorenfabrik Oschersleben. Von Kunkel erfuhren die Gäste von der CDUStadtratsfraktion, dass der Traditionsbetrieb in Oschersleben zurzeit etwa 100 Menschen beschäftige und trotz Wirtschaftskrise schwarze Zahlen schreibe. " 2009 haben wir einen Umsatz von etwa zehn Millionen Euro gemacht ", informierte Kunkel. Damit reiche das Betriebsergebnis fast an das von 2008 heran, das nach Kunkels Worten " das beste Jahr der oddesse war ".

Um am Markt zu bestehen, habe sich die Pumpenfabrik weg vom Massenhersteller hin zu einem Nischenproduzenten hochwertiger Produkte entwickelt. " Wir haben aus unseren Standardpumpen Spezialpumpen gemacht ", verdeutlichte Kunkel. Diese Pumpen kommen rund um die Versorgung und Entsorgung von Wasser weltweit zum Einsatz. Ein Oschersleber oddesse-Novum sei dabei, dass die Pumpenfabrik ihre eigenen Motoren entwickelt und baut. " Unsere Motoren gehören zu den besten in der Welt ", sagte Kunkel. Sie kommen in aggressiven Medien zum Einsatz und werden aus Edelstahl und Titan gefertigt.

Die Hälfte aller im Oschersleber oddesse-Werk hergestellten Produkte verkauft die Firma ins Ausland. Die Kunden sitzen vornehmlich in Kasachstan, Algerien, Südafrika, Südamerika und in Saudi Arabien.

Trotz des positiven Ergebnisses glaube Kunkel, auch an der Pumpenindustrie gehe die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorrüber. Der gesamte Wirtschaftszweig habe zum Ende 2009 einen Auftragsrückgang von 40 Prozent verkraften müssen. " Wir arbeiten auf einem risikoreichen Markt und sind uns dessen sehr wohl bewusst ", beschrieb er immer wieder auftretende Unwägbarkeiten.

" Wir als oddesse fühlen uns in Oschersleben und im Landkreis Börde geborgen ", sagte Joachim Kunkel zu den Vertretern der CDU-Stadtratsfraktion. Die Firma habe nur ein Problem : " Wir sind mit einem Durchschnitt von 52 Jahren zu alt. " Verstärkte Lehrlingsausbildung und Bindung von Studenten an das Unternehmen sollen helfen, dieses Problem zu lösen. Zum Tage