Nicht nur in Seehausen vermehren sich die wilden Katzen zeitweilig ungebremst, was Katzenjammer nicht nur unter den Samtpfoten auslöst. Doch das Ordnungsamt sieht keine Handhabe und will erst einschreiten, wenn die Ordnung und Sicherheit gefährdet sind. Der Einsatz des Tierfängers sei zudem schwierig, da niemand für die Kosten unter anderem auch für die Unterbringung im Tierheim aufkommt.

Seehausen. Karla Baumann aus Seehausen berichtet von einem Problem, dass es auch vermehrt in anderen Ortschaften der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde gibt. " Wir haben bei uns in Seehausen sehr viele wilde Katzen. Sie liegen in den Fenstern herum und wir können keine Tür aufmachen, sofort sind die Tiere drin und schauen, was da zu holen ist ", schrieb die Volksstimme-Leserin der Redaktion. Sie berichtete außerdem, dass sie selbst einen kastrierten Kater habe, der ebenfalls ein " Freigänger " ist. In diesem Fall gebe es bei ihr in der Seestraße einen regelrechten Katzenkrieg. " Unsere Nachbarin hat bereits das Ordnungsamt in Wanzleben angerufen und dort sagte man ihr auf ihre Nachfrage hin, dass sie die Katzen nicht füttern dürfe, und dass das Ordnungsamtes nichts gegen das Problem der Freigänger-Katzen unternehmen könne. Das kann es doch aber nicht sein ? Die Katzen vermehren sich immer weiter und es gibt keine Mittel Herr der Lage zu werden ?", schreibt Karla Baumann weiter.

Stellvertretender Ordnungsamtsleiter Olaf Küpper erklärte auf Volksstimme-Nachfrage, dass ein Einschreiten der Gemeinde oder des Kreises bei einem solchen Problem sehr schwierig sei. Zum einen sei das Ordnungsamt auf privaten Grundstücken nicht verantwortlich, sondern nur im öffentlichen Raum. Und dort müsse von den streunenden Katzen eine tatsächliche Gefahr für die Sicherheit und Ordnung ausgehen. Es sei nach Angaben von Olaf Küpper eine schwierige Entscheidung die Katzen vom Tierfangbereitschaftsdienst in Gröningen einfangen zu lassen. Die Kosten für den Einsatz müsste die Kommune tragen und diese sind auch in der Nachbetreuung später sehr hoch. Was das Füttern betrifft, ist dies nur im öffentlichen Raum untersagt. " Allerdings muss man klar sagen, dass derjenige der Katzen füttert, auch die Verantwortung für die Tiere übernimmt ", erklärt Olaf Küpper.

Das Magdeburger Bündnis für Tiere nennt als wichtige Maßnahme die Kastration von freilebenden Katzen. Damit könne den " Freigängern " eine Menge Elend erspart werden, heißt es auf der Internetseite und auch die Bundestierärztekammer bittet alle Katzenhalter um ihre Hilfe, das " Elend vieler Tiere auf diese Weise zu verhindern ". Ein Katzenpaar und dessen Nachwuchs könnten rein statistisch gesehen in zehn Jahren 80 Millionen Nachkommen zeugen.

Als wichtiger Vorteil der Kastration gilt, dass sich das Zusammenleben von Katze und Mensch nach der Operation oft erhelblich angenehmer gestaltet. Nächtliche Jaulkonzerte gehören der Vergangenheit an und der Urin kastrierter Kater verliert seinen abstoßenden Geruch.

Das Magdeburger Bündnis für Tierfreunde kümmert sich zum Beispiel um die Kastration freilaufender Straßenkatzen und sammelt dafür auch regelmäßig Spenden. Weitere Informationen gibt es auch unter

www. buendnis-fuer-tiere. de