Der Saal " Zur Sonne " ist Seehausens Kulturstätte. Hier wird regelmäßig zu Veranstaltungen aller Art eingeladen. Doch zurzeit heißt es hier " geschlossene Veranstaltung ", zu der nur Handwerker Zutritt haben. Denn bis zum Frühjahr soll die jetzt wieder freigelegte Kuppel saniert sein. Es ist der Abschluss der seit 2009 andauernden Arbeiten. Rund 90 500 Euro haben Stadt, Land und Bund ( Konjunkturpaket II ) in die Sanierung investiert.

Seehausen. Wenn Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch auf der Baustelle im Saal " Zur Sonne " steht, erinnert er sich sogleich an seine Schulzeit. Denn der Abriss der Verkleidung hat nicht nur die alte Kuppel freigelegt, sondern auch seine Erinnerungen. " Hier im Saal habe ich damals noch Sportunterricht gehabt und 1960 meine 10. Klasse Abschlussprüfung im Geräteturnen abgelegt ", erzählt das Stadtoberhaupt. Damals war die Kuppel noch frei sichtbar. Doch so intensiv wie jetzt, hat er das freigelegte Schmuckstück noch nie betrachtet. " Man guckt ja eher selten bewusst an die Decke ", meint er und lacht. 1968 wurde die Kuppel dann von Handwerkern verkleidet und die neue Decke großzügig abgehängt. Mit solcher künstlichen Verkleinerung der Räume sollten damals zu DDR-Zeiten vor allem Heizkosten gespart werden. Heute ist eine wesentlich bessere Dach-Dämmung möglich, so dass der Blick zur Kuppel wieder geöffnet werden kann, ohne Energie zu verschwenden. Damals, so erinnert sich Jockisch, wurden die Umbauarbeiten sogar groß gefeiert. Die Einweihung erfolgte am 7. Oktober 1969 zum Tag der Republik. Nun, über 40 Jahre später, ist die Holztäfelung abgerissen und bereits sorgfältig als Bauschutt zusammengekehrt.

Die alten DDR-Lampen liegen ordentlich aneinandereiht am Boden vor der Bar. " Vielleicht verkaufen wir sie im Internet. Für diese nostalgischen Lampen gibt es sicher Interessenten. Die funktionieren ja noch ", erklärt Jockisch.

Stattdessen sollen künftig drei neue Lampen den Saal " Zur Sonne " erhellen. Wie diese allerdings konkret aussehen sollen, da sind sich die Seehäuser noch im Unklaren. " Wir wollten uns möglichst an die alten Vorgaben richten, aber auch ein Aufruf, dass die Bürger alte Fotos mit der ehemaligen Kuppelbeleuchtung heraussuchen möchten, bleib ohne Erfolg. Es wird eben wie gesagt selten an die Decke geguckt und diese wohl auch noch seltener fotografiert ", erklärt Jockisch. Auch die Farbgebung für die Kuppel kann nicht einfach aus der Farbpalette ausgesucht werden. " Das übernehmen Mitarbeiter der Denkmalschutzbehörde ", erklärt Erika Uebel vom Bauamt. Welcher Farbton es wird, stehe noch nicht fest.

Bis Ende Februar sollen die Arbeiten an der Kuppel aber weistestgehend abgeschlossen sein. Dann erstrahlt der Saal im neuen Glanz. Dach, Fassade, die Kuppel und deren Wärmedämmung sind dann komplett neu gemacht. Insgesamt wurden dann rund 90 500 Euro investiert. Der Löwenanteil, 75 Prozent, kommen aus Konjunkturpaket-II-Mitteln des Bundes. Mit jeweils 12, 5 Prozent haben sich auch Stadt und Land an der Sanierung beteiligt.