Schon vor einigen Jahren wurde ein Beschluss zur Umgestaltung des Bahnhofsgeländes am Bahnhof Hadmersleben gefasst. Zwischenzeitlich war das Projekt wieder in den Schubladen verschwunden. Jetzt kommt wieder Bewegung in die Sache, wie eine Beschlussvorlage des Bau- und Umweltausschusses des Oschersleber Stadtrates zeigt. Die Aussichten auf Fördermittel für die Umgesaltung des Bahngeländes sind gut.

Klein Oschersleben. Seit vielen Jahren steht das Bahnhofsgebäude im Klein Oschersleber Ortsteil Bahnhof Hadmersleben komplett leer. Die Bahn nutzt die Räume schon lange nicht mehr, die Wohnungen sind ohne Mieter, ganz zu schweigen von einer Nutzung der einstigen Bahnhofsgaststätte. Bereits im Februar 2006 hatte der Stadtrat Oschersleben einen Beschluss zur Umgestaltung des Bahnhofes Hadmersleben gefasst.

Damals wurde der sogenannten Variante drei der Vorzug gegeben, was bedeutete, dass der Bahnsteig an der Südseite der Gleisanlage angeordnet werden sollte. Für die Zugfahrer aus Klein Oschersleben, Groß Germersleben und aus Peseckendorf hätte dies bedeutet, dass der Bahnsteig hinter den Schranken liegt. Da es damals keine Fördermittel zur Umgestaltung des Bahnhofsgeländes gab, wurde das Projekt erst einmal zu den Akten gelegt, bis die Bahn im vergangenen Jahr wieder auf die Stadt zukam. Und so lag dem Bauund Umweltausschuss des Stadtrates in der Dezembersitzung ein Beschluss zur Umgestaltung der Bahnstation Hadmersleben vor. Zunächst aber wird der Beschluss vom Februar 2006 aufgehoben, der Bahnsteig bleibt wo er ist, auf der Nordseite. Denn eine statistische Erhebung hatte auch ergeben, dass wesentlich mehr Fahrgäste Vorteile von einem Bahnsteig auf der Nordeseite hätten. Die Stadtverwaltung wird also eine neue Konzeption zur Umgestaltung der Bahnstation mit dem Bahnsteig auf der Nordseite erarbeiten. Diese Konzeption muss der Stadtrat dann neu beschließen.

Am 5. November 2009 fand auf Anregung der Deutschen Bahn Station und Service AG und der DB Service und Immobilien GmbH an der Bahnstation Hadmersleben eine Beratung zum Gestaltungskonzept und zur Attraktivität der Bahnstation und des Umfeldes statt. Daran nahmen auch Vertreter der NASA, der Stadtverwaltung sowie des Ortschaftsrates Klein Oschersleben teil. Fakt ist, dass die Bahnstrecke Magdeburg-Halberstadt modernisiert wird und die Haltestelle Hadmersleben erhalten bleibt. Der Ausbau des Bahnsteiges könnte 2011 beginnen. Zugleich hätte die Stadt Oschersleben die Chance, mit einer 80 prozentigen Förderung das Umfeld entsprechend zu gestalten und auszubauen. " Und die Chancen, diese Fördermittel zu bekommen, sind sehr groß ", macht Bürgermeister Dieter Klenke deutlich. Voraussetzung ist, dass die Stadt Oschersleben das gesamte Areal samt Bahnhofsvorplatz übernimmt.

Zum Umfeld des Bahnsteigs gehört nun mal das alte Bahnhofsgebäude und alte Nebengebäude. In einer Sondersitzung des Ortschaftsrates Klein Oschersleben vom 9. November 2009 sprach sich dieser für den Abriss aus. " Das Gebäude verfällt mehr und mehr, wird zum Schandfleck, niemand will es haben, da ist wohl der Abriss die beste Lösung. Das gilt auch für die alten Stallungen ", meint Ortsbürgermeister Roland Kutsche. Zugleich stimmten die Ortschaftsratsmitglieder dafür, dass der Zugang zum Bahnsteig bleibt, wo er jetzt ist.

Noch ist die Frage offen, ob dann am neu gestalteten Bahnhofsumfeld eine " kleine Schnittstelle " entsteht, sprich auch der Bus dort hält. Dazu müsste die Kraftverkehrsgesellschaft Börde Bus Oschersleben im Rahmen der Konzepterarbeitung noch gehört werden.

Übrigens, im Jahr 2008 konnte entlang der Bahnstrecke Halberstadt-Magdeburg ein Jubiläum gefeiert werden, die Bahnstrecke bestand 165 Jahre. Diesem Ereignis hatten die Eisenbahnfreunde Hadmersleben ein Fest, eine Sonderausstellung samt Sonderzug gewidmet. Ob allerdings 1843 mit Start der Zugverbindung bereits das jetzige Bahnhofsgebäude statt, ist nicht gänzlich geklärt.