Das gefürchtete Tief " Daisy " brachte der Börde rund zehn Zentimeter Neuschnee. Weit weniger als erwartet, aber dennoch reichte es aktuell für eine Schneedecke von 30 Zentimeter. Somit gibt es die einen, die die weiße Pracht in vollen Zügen genießen und andere, die täglich im Einsatz gegen die Schneemassen sind. Dennis Glosse aus Wanzleben baute sich zum Beispiel ein Iglu, während Doris Kühne aus Dreileben den Einsatz des Winterdienstes lobte. Nach Polizeiangaben haben sich die Autofahrer auf die Witterungsverhältnisse eingestellt. Im Landkreis Börde gab es 37 Unfälle mit Blechschäden.

Stadt Wanzleben – Börde. Iglubauer Dennis Glosse hätte seine kleine Notunterkunft in Wanzleben gehabt, wenn Tief " Daisy " zu viel Schnee für die Börde im Gepäck gehabt hätte. Doch mit einer Schneedecke von 30 Zentimeter wurde zwar eine ordentliche Höhe erreicht, das befürchtete Chaos blieb aber bisher aus. Der 41-Jährige übernachtete wie geplant in seinem warmen Einfamilienhaus. Sein Iglu im Garten hat er natürlich nur aus Spaß an der Freude errichtet. Vor zehn Jahren hatte er sich schon einmal solch eine runde Schneehütte gebaut. Doch noch nie hatte er so viel " Baumaterial " zur Verfügung, wie jetzt. " Zuerst habe ich den Schnee zu einem großen Hügel zusammengeschoben. Diesen habe ich dann zwei Nächte lang mit rund 200 Liter Wasser übergossen, bis der Hügel richtig hartgefroren war. Dann habe ich das Gebilde fünf Stunden lang mit einer Schippe ausgehölt ", erklärt er die Bauanleitung für das Iglu. Die Hütte im Durchmesser von drei Metern und 1, 50 Meter Höhe, kann sich sehen lassen. Da passt neben ihm noch Familienfreund Kevin Draheim und Golden Retriever-Hund " Xerro " rein.

Weniger Spaß an den Schneemassen hat da Doris Kühne. Die Dreileberin muss fast jeden Tag nach Druxberge zu ihren Eltern fahren und dort seien die Straßenverhältnisse für den Autoverkehr eine Katastrophe, berichtet die Leserin der Volksstimme. Sie hatte sich Freitag in Druxberge auch schon beinahe festgefahren. Über die Straßenzustände in ihrem Heimatort Dreileben findet sie hingegen nur lobende Worte. " Das muss man auch mal sagen, hier in Dreileben funktioniert der Winterdienst gut ", sagt Doris Kühne. " Die, die bei uns im Ort schieben, leisten gute Arbeit. Rüdiger Müller und Gemeindearbeiter Mario Finke sind beispielsweise jeweils mit einem Traktor und vorgebautem Schnee-Pflug auf den Straßen und Gehwegen unterwegs und räumen sie frei ", fügt sie hinzu.

Auch Rüdiger Petrasch, Einsatzleiter des Wanzleber Winterdienstes hat alle Hände voll zu tun. " Es ist Wahnsinn. Wir wissen schon gar nicht mehr, wo wir den ganzen Schnee hinräumen sollen ", erklärt er. Am Sonntagmorgen musste er die Verbindungsstraße zwischen Wanzleben und Buch bereits an die Straßenmeisterei Oschersleben abgeben. Die kleinen Räumgeräte des Wanzleber Bauhofes reichten gestern für die meterhohen Schneeverwehungen nicht mehr aus. Gegen 11 Uhr kam die Schneefräse der Straßenmeisterei zum Einsatz und räumte die Strecke frei. Allein am Sonnabend waren von 2 bis 22 Uhr die Mitarbeiter des Wanzleber Winterdienstes auf der 22 Kilometer langen Strecke im kommunalen Bereich im Einsatz. Am Sonntag wieder ab 3. 30 Uhr bis zum späten Abend. Oberstes Ziel ist das Räumen und Abstumpfen der Straßen und Wege. 26 Tonnen Streusalz wurden am Dienstag als Nachschub für die Wanzleber Stadtwerke geliefert. Petrasch hatte die Nachlieferung bereits am 23. Dezember bestellt. Insgesamt habe man jetzt in Wanzleben einen Streusalz-Vorrat von 50 Tonnen. Das reiche erstmal, so Petrasch.

Die Polizei erklärte am Sonntag, dass sich die meisten Autofahrer auf die Straßenverhältnisse eingestellt haben. Allerdings gab es drei Unfälle im Bereich des Revierkommissariats Wanzleben. So kam es auf der B 81 in Höhe der Ausfahrt Langenweddingen zu einem Zusammenstoß, weil ein Autofahrer wegen Straßenglätte auf eine andere Spur kam. Ebenfalls am Sonnabend gegen 13. 40 Uhr fuhr sich ein Lkw auf der L 50 zwischen Wanzleben und Magdeburg fest. Einen weiteren Unfall gab es gegen 19. 30 Uhr ebenfalls am Sonnabend auf der L 50. Zwei Fahrzeuge streiften sich beim Vorbeifahren. Personen wurden bei keinem der Unfälle verletzt. Es gab nur Sachschäden.