Bürgermeister Horst Flügel hat sich in einem offenen Brief zum Ergebnis der Bürgeranhörung Klein Wanzleben geäußert. Die Redaktion gibt ihn hier im Originalton wieder.

Sehr geehrte Einwohner unserer Gemeinde,

Sie haben sich bei der Bürgeranhörung mit überwältigender Mehrheit für die Beibehaltung der Eigenständigkeit der Gemeinde Klein Wanzleben und somit gegen die zwangsweise Eingemeindung in die neue Einheitsgemeinde " Stadt Wanzleben - Börde " ausgesprochen. Dafür danke ich allen Bürgerinnen und Bürgern von Klein Wanzleben, Remkersleben und Meyendorf, denn mit Ihrem " Nein " unterstützen Sie das Bestreben des Gemeinderates um das Ringen für die kommunale Selbstverwaltung. Der Rat wird dazu am 14. Dezember einen Grundsatzbeschluss fassen, der dem Votum der Bürgeranhörung folgen wird. Nun ist der Gemeinderat gefragt, den Kampf um die Selbstständigkeit des Zuckerdorfes fortzusetzen und er wird dies mit allen Mitteln tun. Uns ist auch bewusst, dass die Regierenden in Sachsen-Anhalt den mehrmals durch die Gemeinde und die Einwohner bekundeten Willen, kaum beachten und ihr unseliges Gesetz durchpeitschen werden, wobei des Volkes Stimme auf der Strecke bleibt und die Demokratie mit Zwang verbogen wird. 629 Stimmen wurden am 29. November ( zirka 30 Prozent der stimmberechtigten Einwohner ) abgegeben, davon stimmten 57 mit " Ja " ( 9, 11 Prozent ) und 569 mit " Nein " ( 90, 89 Prozent, drei Stimmen waren ungültig. In Klein Wanzleben selbst gab es nur 34 " Ja " -Stimmen ( 6, 64 Prozent ) und 478 " Nein " -Stimmen ( 93, 36 Prozent ) - ein kaum zu kommentierendes Ergebnis. Diese Ergebnisse in unserer Gemeinde und in vielen Orten unseres Landes sollte die Regierung und den Landtag dazu bewegen, den Willen der Bürger zu akzeptieren und das geplante Gesetz zur zwangsweisen Eingemeindung nicht zu verabschieden.

Klein Wanzlebens Bürgermeister Horst Flügel