Der Umbau des ehemaligen Wanzleber Bahnhofs zum " Sozialen Zentrum " verzögert sich. Ursprünglich war als Baustart bereits der November vorgesehen, doch nach Angaben der Wobau hätten sich noch Schwierigkeiten bei den Vorbereitungen des Bauantrages ergeben. Dies sei aber inszwischen erledigt, so dass mit einem Baustart im Februar gerechnet wird. In das Gebäude soll später das DRK unter anderem mit der Wanzlebener Tafel einziehen.

Wanzleben. Die Vorbereitungen für den Bauantrag zum Umbau des Wanzleber Bahnhofes verliefen schwieriger, als ursprünglich vermutet. Das erklärte diese Woche Wobau-Geschäftsführer Rainer Lippelt der Volksstimme auf Nachfrage. Ursprünglich war mit einem Baustart bereits im November gerechnet worden. Nun heißt es, frühestens im Februar könnte es losgehen, wenn alle Unterlagen zügig bearbeitet werden. " Vor allem die bahnbetriebsnotwendigen Anlagen haben bei der Zusammenstellung des Bauantrages und der Planung Zeit in Anspruch genommen ", erklärte Rainer Lippelt. Mit den Anlagen meint er das noch in Betrieb befindliche Gleis, das an dem Bahnhof vorbei läuft und für die Bioethanolzüge verwendet wird. Aus Sicherheitsgründen müsste deshalb auch der Zugang in das Gebäude später über den Bucher Weg erfolgen. Auf der Seite zu den Gleisen sei eine entsprechende Sicherung vor dem Güterzugverkehr notwendig. Außerdem käme erschwerend hinzu, dass der Wanzleber Bahnhof seit Jahren leer steht. " Ich habe da erst kürzlich eine Fahrkarte aus dem Jahr 2002 gefunden ", erklärte Lippelt. Zu dieser Zeit wurde auch der Bahnhof das letzte Mal offiziell genutzt. Der letzte Personenzug verließ den Bahnhof Wanzleben im September 2002. Damit ging vor sieben Jahren eine fast 120-jährige Eisenbahntradition zu Ende.

2010 soll das dann vollständig sanierte Gebäude die neue Unterkunft für die bereits jetzt schon am Standort Windmühlenbreite aus allen Nähten platzende Wanzlebener Tafel sowie für die Kleiderkammer des DRK und für ein Kinderrestaurant werden. Außerdem sind in dem Objekt drei Wohnungen auf 170 Quadratmeter eingeplant.

Wobau-Geschäftsführer Rainer Lippelt weiß, welch terminlicher Druck auf dem Einzugstermin der Tafel lastet. " Wenn alles gut geht, kann die Tafel im Herbst nächsten Jahres in den Bahnhof einziehen ", erklärt er. Die Wobau als Eigentümerin, die als hundertprozentige städtische Gesellschaft der Bahn das Gebäude im September dieses Jahres abgekauft hat, investiert allein aus Eigenmitteln rund 100 000 Euro. Für einen Teil der Kosten müsse auch ein Kredit aufgenommen werden, so Lippelt. Für den Rest der Gesamtsumme von rund 650 000 Euro fließen Fördermittel aus dem Stadtumbau-Programm " Ost " in Höhe von insgesamt rund 399 000 Euro. Schirmherr des Umbau- und IBA-Projektes ist Landesbauminister Karl-Heinz Daehre. Er hatte vor einem Jahr zwischen Stadt und der Bahn AG vermittelt und den Kauf der Immobilie für das gemeinnützige Projekt angeregt.

Die Wanzlebener Tafel benötigt dringend und schnell ein neues Domizil, da den fünf Mitarbeitern bei der Ausgabe von Hilfspaketen an rund 1050 Bedürftige zurzeit nur zwei Wohnungen als Lager- und Ausgabestätte zur Verfügung stehen. Da hier wöchentlich drei Neuanmeldungen hinzukommen, werden die Platzverhältnisse außerdem immer schwieriger.