In der Nacht des Jahreswechsels geht es schon seit Urzeiten um die Abwehr von bösen Geistern. Geknalle oder lärmende Umzüge sollten diese fernhalten. Heute wird dieses Brauchtum durch Silvester-Feuerwerke und - knallerei ersetzt. Damit das persönliche Silvesterfeuerwerk ohne Unfälle über die Bühne geht, gibt der Fachmann, Pyrotechniker Kai Heinemann aus Osterweddingen, einige wichtige Tipps, die unbedingt beherzigt werden sollten.

Osterweddingen. Heutzutage geht es in der Silvesternacht nicht mehr um die Vertreibung von Dämonen. Das Silvesterfeuerwerk ist ein Ausdruck der Vorfreude auf das neue Jahr. Allein in Deutschland werden Jahr für Jahr Knaller, Böller, Schwärmer und vor allem Raketen für mehr als 60 Millionen Euro in die Luft gejagt. " Doch schon beim Kauf der Silvesterraketen oder anderer Feuerwerkskörper sollten die Männer und Frauen darauf achten, dass die Artikel mit der vorgeschriebenen BAM-Nummer versehen sind. Bei Artikeln, die in großen Super- oder Baumärkten oder in anderen Geschäften größerer Ketten gekauft werden, kann davon ausgegangen werden, dass die Ware dem deutschen Standart entspricht und geprüft ist. Wer meint, er muss sparen und kauft an deren Stellen, spart am falschen Ende. Er kann sich und andere gefährden ", so der Fachmann.

Immer wieder stellt Kai Heinemann bei der üblichen Silvesterknallerei fest, dass die Leute viel zu dicht um die Feuerwerkskörper herum stehen. " Wer zu viel getrunken hat, sollte das Zünden ohnehin anderen überlassen. Ganz wichtig ist für mich auch der Hinweis, vor der Silvester-Party sich schon einmal mit den Gebrauchsanweisungen zu beschäftigen, sich alles in Ruhe durchzulesen. " Stets sollte bei der Knallerei auf die Windrichtung geachtet werden, die Feuerwehrskörper sind niemals auf Personen zu richten. Oftmals sorgt gerade Wind dafür, dass das Anzünden nicht klappt. Statt normaler Streichhölzer oder gar Feuerzeuge empfiehlt Kai Heinemann sogenannte Bengalhölzer oder Wunderkerzen. Nach dem Entzünden sollte man sich schnell entfernen. Kai Heinemann ist kein Freund von Raketen, weil sie nach dem Abschießen einen Eigenantrieb entwickeln und man nie weiß, wo sie landen. Nie sollte eine Rakete in der Hand oder in den Boden gesteckt oder gar vom Balkon aus abgeschossen werden.

" Oft werden Sekt-Flaschen verwendet, besser ist aber ein Getränkekasten, der ist eine " sichere Abschussrampe ". Auch für alle anderen Feuerwerkskörper sollte ein sicherer Stand auf der Straße, auf dem Pflaster oder einer Stahlplatte gewährleistet sein, eine Wiese ist meistens ungeeignet. Die heutzutage verkauften Böllerbatterien haben eine Pappe als Untergrund, die ausgeklappt werden kann und sollte. Knallkörper dürfen niemals am Körper oder lose in der Hosentasche getragen werden. Feuerwerkskörper, die nicht funktioniert haben, sollten in der Regel nicht ein zweites Mal gezündet werden. Haben sie einen Ersatzzünder, zündet man diesen erst nach zehn Minuten Wartezeit. Blindgänger werden unschädlich gemacht, in dem man sie in einen Wassereimer wirft. Nach der Knallerei sollte man die Straße unbedingt nach Blindgängern absuchen, damit sie am nächsten Morgen nicht von Kindern gefunden und gezündet werden. " Übrigens wurde im März dieses Jahres das Sprengstoffgesetz geändert. Das Abbrennen von Silvesterfeuerwerkskörpern ist in der Nähe von Fachwerkhäusern und Reetdächern verboten. In der Altstadt von Halberstadt, Wernigerode und Quedlinburg beispielsweise ist damit die Knallerei verboten. Vor Krankenhäusern, Altenheimen und Kinderspielplätzen sowieso ", erklärt Kai Heinemann. Geknallt werden darf vom 31. Dezember, 0 Uhr bis 1. Januar 24 Uhr.