Der Klein Wanzleber Gemeinderat hat am Montagabend mit dem Auslegungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes und zum Bebauungsplan " Sondergebiet Energie " den Weg für den geplanten Bau einer Biomethananlage außerhalb des Ortes geebnet. Die Anlage soll im Gegensatz zum Bioethanolwerk erprobt und geruchsneutral sein. Als Rohstoff benötigt die Anlage Mais. Das daraus gewonnene Gas wird hier veredelt und ins Gasnetz eingespeist.

Klein Wanzleben. Mit jeweils drei Gegenstimmen, einer Enthaltung und neun Ja-Stimmen hat der Klein Wanzleber Gemeinderat der Änderung des Flächennutzungsplanes sowie dem Auslegungsbeschluss zum Bebauungsplan " Sondergebiet Energie " zugestimmt. Damit kann die auf Initiative der KWS Saat AG geplante Biomethanalge gebaut werden, wenn die Baugenehmigung erfolgt ist. Zuvor hatten sich die Gemeinderäte nicht nur in einem baugleichen Werk über die Bedinungen informieren können, auch am Montagabend stand der Planer Nils Funke, Dr. Andreas von Felde von der KWS, sowie Ulrike Mücke von der Epuron GmbH erneut für noch offene Fragen bereit. Gleich zum Beginn der Diskussion stellte Nils Funke vom zuständigen Planungsbüro klar : " Mit Sicherheit wird von der neuen Anlage keine Geruchsbelästigung ausgehen. " Außerdem müsse der Betrieb sowieso einen Nachweis gegenüber dem Landkreis erbringen, dass es zu keiner " Geruchsemissionseinleitung ", also unangenehmen Gerüchen kommt. Im Gegensatz zum benachbarten Bioethanolwerk, das beim Bau ein Novum darstellte und es durch die unerwartet hohe Menge an Abwasser, das beim Anfahren der Anlage anfiel, zur Geruchsbelästigung führte, handele es sich bei der nun geplanten Biomethananlage um eine erprobte und standardisierte Technologie. Die Erschließung der Anlage erfolge über einen landwirtschaftlichen Weg, der vier Wochen im September / Oktober mit 59 Lkw pro Tag zur Anlieferung befahren werde. Der Maisernte werde dann mit einer Frequenz von 5 bis 6 Lkw pro Stunde angeliefert. Erst im Frühjahr ( März bis Mai ) werden dann wieder die Gärreste mit etwa 22 Lkw pro Tag zum Ausbringen auf die Felder abtransportiert. " Diese Stoffe sind aber weniger geruchsintensiv, als unbehandelte Gülle. Dadurch kommt es in der Regel zu keiner Geruchsbelästigung, da das Methan bereits energetisch verwendet wird ", erklärt der Planer. Laut ihm gebe aber auch einen Haken. Der Standort nahe Klein Wanzleben, auf dem die Anlage gebaut werden soll, sei allerdings nicht ganz unproblematisch. Auf der Fläche befindet sich ein Hamsterbau und der ist nach EU-Recht geschützt. " Die Anlage wird aber nicht auf dem Bau errichtet ", versichert Funke. Für das Niederschlagswasser der Verkehrsflächen auf der Anlage wird ein Regenrückhaltebecken gebaut. Das Wasser von den Lagerflächen der Silage wird ebenfalls aufgefangen und über einen Pumpenschacht der Anlage zugeführt.

Gemeinderat Knut Freese meinte : " Der landwirtschaftliche Weg, der für die Anlage als Lkw-Anfahrtsstrecke benutzt werden soll, wird auch gern als Radweg genutzt, ist sogar als Börderadweg gekennzeichnet. Begegnen sich hier allerdings Lkw und Radfahrer wird es definitiv zu eng. "

Planer Nils Funke : " Die Saison was die Nutzung von Lkw und Radfahrern betrifft, überschneidet sich kaum. Die Beeinträchtigung für die Radfahrer bleibt deshalb relativ gering. Außerdem will der Vorhabenträger eine andere Zufahrt und zwar über das Gelände der Nordzucker AG direkt von der B 246 a schaffen. " Dazu sei ein Nutzungsvertrag geplant, bestätigte Ulrike Mücke von der künftigen Betreibergesellschaft, der Epuron GmbH mit Sitz in Hamburg.

Gemeinderat Rainer Lux schlug vor, gegenbenfalls einen neuen Radweg als Ersatzmaßnahme bauen zu lassen. Bürgermeister Horst Flügel erklärte zum Abschluss der Diskussion : " Ich habe keine Bedenken, dass es in der Umgebung von Klein Wanzleben zur Heranbildung von Monokulturen kommt und alle Landwirte nur noch Mais anbauen. Außerdem bin ich der Meinung, dass die Technik ausgereift ist, so dass es bei dieser Anlage wohl keine Geruchsprobleme geben wird. "

Nach der Abstimmung im Gemeinderat werden die Pläne nun in der Gemeinde ausgelegt. In diesem Verfahren können Bürger Widerspruch einlegen.