Oschersleben. " Die normale Grippeimpfung ist ausreichend ", denken viele. Ist das aber wirklich der Fall ? Wird das Thema Schweinegrippe durch die Medien zu sehr aufgebauscht oder verbirgt sich hinter der Krankheit doch eine große Gefahr für uns ? Die Volksstimme hakte auf dem Oschersleber Markt nach und wollte von Passanten wissen : " Lassen Sie sich gegen die Schweinegrippe impfen ?"

Yunus Kocar ( 19 ) wollte sich ursprünglich nicht impfen lassen. Jedoch erkrankte sein Betreuer an Schweinegrippe. Nun wollte der junge Mann lieber auf Nummer sicher gehen. Die Impfung rief bei ihm jedoch Durchfall, Erbrechen sowie Schwindelkeitsgefühl vor. " Zudem hatte ich eine Schwellung beziehungsweise Rötung an der Injektionsstelle ", berichtet der Jugendliche von seinen Erfahrungen mit dem umstrittenen Impfstoff.

Petra Himmelreich war grundsätzlich für die Impfung, da aber kein Impfstoff vorhanden war, " belies ich es bei der ‚ normalen ‘ Grippeschutzimpfung " berichtet die Oschersleberin und weiter : " Die Angst bleibt, da ein Familienmitglied sich bereits infiziert hat ".

Marlies Behrens bemerkt, dass sie es unerhört findet, dass die Beamten sowie Politiker " reinere " Sera bekommen als andere Mitbürger.

Darüber

hinaus

spricht sich die Urgroßmutter gegen die Impfung ihrer Enkelin aus, " da die Kleine ohnehin schon viele Impfungen in den ersten Lebensmonaten über sich ergehen lassen muss ".

Volksstimme wollte auch eine fachliche Meinung einholen und kontaktierte dazu Dr. Sabine Gummert. Die Kinderärztin ist der Meinung, dass die Angst vor der Schweinegrippeimpfung nicht gerechtfertigt ist. " Ich selbst habe mich gegen das neuartige Virus impfen lassen ", so die Ärztin. Auf die Frage nach dem Warum antwortet sie : " Ich bin überzeugt von dem Schutz der Impfung, obwohl auch ich eine Impfreaktion verspürte. " Lokale Reaktionen im Laufe dieser Impfung seien völlig normal und sollten die Menschen nicht davor ängstigen, sich selbst zu schützen. In ihrer Praxis werde bereits seit drei Wochen geimpft.

Wegen der Verknappung des Impfstoffes wurden anfangs insbesondere chronisch Kranke sowie medizinisches Personal geimpft. Die oft diskutierten beigefügten Wirkungsverstärker, die sogenannten " Adjuvanzien ", heben bei manchen Patienten zum Beispiel eine Rötung hervor, wirken jedoch effizient gegen das Virus.

Ärztin Sabine Gummert räumt im Gespräch mit der Volksstimme auch mit dem Vorwurf auf, dass beispielsweise höhere Beamte einen besseren Impfstoff verabreicht bekommen. " Sie bekommen lediglich einen anderen Impfstoff, der nicht die Adjuvanzien enthält ", so Gummert.

Übrigens : Während in Deutschland die Impfung in den Arztpraxen und Krankenhäusern erfolgt, haben sich findige US-Amerikaner ein ganz besonderes System ausgedacht, um dem großen Ansturm Impfwilliger entgegen kommen zu können : In Großstädten werden Supermarktparkplätze abgesperrt, auf denen die Patienten im Auto direkt geimpft werden können.