Wanzleben / Seehausen ( skr ). Zur Erinnerung an den Fall der Mauer vor 20 Jahren wird im Wanzleber Börde-Gymnasium und im Sonnensaal in Seehausen mit jeweils einer Gedenkveranstaltung an das historische Ereignis am 9. November erinnert. Die Schüler und Lehrer des Börde-Gymnasiums laden aus diesem Anlass am Montag ab 18. 30 Uhr zur Erinnerung an das bedeutende Ereignis der deutschen Geschichte ein. Vorbereitet ist ein breit gefächertes Programm, das jedem die Möglichkeit geben soll, die Ereignisse jener Tage zu reflektieren.

Beginn der Veranstaltung ist um 18. 53 Uhr, dem Zeitpunkt, als das Politbürosmitglied Günther Schabowski in einer Pressekonferenz die " Aufhebungen der Einschränkungen der Reisefreiheit " verkündete. Durch ein Missverständnis, die Regelung sollte erst am folgenden Tag in Kraft treten, las Schabowski auf Nachfrage von westlichen Medienvertretern in jener legendären Pressekonferenz von seinem Zettel ab und sagte : " Nach meiner Kenntnis tritt die Regelung unverzüglich, ja, sofort in Kraft. " Daraufhin stürmten die DDR-Bürger noch in der Nacht zu den Grenzübergängen, so dass der Fall der Mauer nicht mehr aufzuhalten war. Die Grenztruppen der DDR öffneten schließlich die Schlagbäume und gaben dem Druck nach.

Auf dem Programm stehen an diesem Abend im Börde-Gymnasium auch eine Podiumsdiskussion mit Zeitzeugen aus Wanzleben und Umgebung. Als Gäste werden unter anderem Pfarrer Peter Telschow, Hartmut Thiele und Martin Schindler erwartet. Außerdem ist auch eine Vorführung des Films " Das Wunder von Leipzig " geplant. Es gibt eine Lesung unter dem Titel " Geschichten zur Geschichte " und die Singegruppe der Schule gibt Bekanntes aus Rock und Pop der DDR zum Besten. Begleitet wird das Programm von einer Ausstellung, die die Ergebnisse der " 20 Jahre Mauerfall " -Projektwoche der Gymnasiasten zeigt.

Auch in Seehausen wird an den 20. Jahrestag des Mauerfalls ab 19. 15 Uhr im Saal der Sonne am Friedensplatz gedacht. Pünktlich ab 19. 30 Uhr wird der nach einem Bestseller von Erich Loest gedrehten Spielfilm " Nikolaikirche " gezeigt. " Nikolaikirche " ist die Verfilmung eines gleichnamigen Romans von Erich Loest, der auch am Drehbuch mitwirkte. Der Film unter der Regie von Frank Beyer aus dem Jahr 1994 / 95 beleuchtet die letzten Monate der DDR und zeigt, warum sich so viele Menschen in der Leipziger Nikolaikirche versammelten.

Ab 22 Uhr, wenn überall in Deutschland die Friedensglocken läuten, werden die Besucher gebeten, sich auf dem Marktplatz einzufinden. Pfarrer Thomas Seiler ruft dazu auf : " Bitte bringen Sie zum gemeinsamen Friedensgebet um 22 Uhr auf dem Seehäuser Friedensplatz Kerzen mit. "