Hadmersleben. Der 22. Dezember des vergangenen Jahres war für Käte Dill ein schwarzer Tag. Sie hatte etwas vergessen und so machte sie sich gegen 17 Uhr noch mal auf den Weg zum Einkaufsmarkt. " Ich weiß noch nicht wie, aber ich bin gestürzt. Auch kann ich noch heute nicht erklären, warum ich den rechten Fußweg in der Halberstädter Straße benutzt habe. Der linke ist doch besser ", sagt die 68-Jährige. Wie gesagt, sie stürzte, schlug sich das ganze Gesicht, Knie und Hand auf, die Brille ging entzwei. Unter großen Schmerzen rappelte sie sich damals wieder hoch. Die Verletzungen nach dem Sturz wurden behandelt, doch vor allem die Schmerzen in der Schulter blieben. Erst nach Monaten wurde festgestellt, dass ein Muskel abgerissen war. Vor wenigen Wochen wurde Käte Dill daran operiert. Ihren Unfall hat die Hadmersleberin der Stadt und damit der Verwaltungsgemeinschaft Oschersleben gemeldet. Für derartige Haftpflichtschäden ist der Kommunale Schadensausgleich zuständig. Doch von dieser Seite wurde die Regulierung der Schäden, vor allem der Ersatz der Brille, abgelehnt. Auch ein Widerspruch brachte da nichts. Getreu dem Motto, Käte Dill hätte im Dunkeln nicht mehr einkaufen gehen müssen, auch hätte sie gewusst, dass der Fußweg Gefahren birgt, wurde die Regulierung abgelehnt.

Inzwischen hat sich Käte Dill mit der Tatsache abgefunden, dass da wohl nichts mehr zu machen ist, die Schadensregulierung ist endgültig abgelehnt. Doch sie möchte andere warnen : " Ich wünsche niemandem, dass er dass, was ich an Schmerzen und Behördenärger erlebt habe, auch mitmachen muss. Aber wenn ich mir einige Fußwege in Hadmersleben anschaue, möchte ich unbedingt auf einige Gefahren aufmerksam machen, damit so etwas nicht noch einmal passiert ", so Käte Dill.

Da ist zunächst einmal der Fußweg in der Halberstädter Straße, auf dem Käte Dill gestürzt ist. Er besteht nach wie vor aus alten Betonplatten. Zwar hat der Bauhof einige Platten, die besonders stark von Baumwurzeln angehoben waren, aufgenommen und neu verlegt. Doch reichlich Stolperfallen gibt es hier nach vor. Aber zumindest weist nun ein Hinweisschild darauf hin.

Käte Dill zeigt am Fußweg in der Heerstraße weitere Gefahren. Dieser Fußweg ist etliche hundert Meter lang und führt auch zu zwei Friedhöfen. Der Fußweg besteht ebenso aus Betonplatten, die stellenweise stark beschädigt sind, an den Kanten hochstehen und Spalten aufweisen. Gerade für ältere Menschen, die möglicherweise auch noch mit einem Rollator unterwegs sind, ist auch dieser Weg gefährlich.

Doch in naher Zukunft wird sich am Zustand dieser Fußwege nichts ändern. Die Stadt Hadmersleben hat auch in diesem Jahr bislang keinen genehmigten Haushalt und eine Planung zur Sanierung der Wege liegt auch nicht vor.