In der Volksstimme-Serie " Was ist für Sie typisch Oschersleben ?" äußern sich Einwohner über ihre Stadt. Sie teilen dabei auch ihre Wünsche und Vorstellungen mit, was sich in Oschersleben verändern sollte. Heute : Friedrich von Biela, Pfarrer der Kirchengemeinde St. Nicolai Oschersleben.

Oschersleben. " Es hat schon einige Jahre gedauert, bis ich mich als Oschersleber gefühlt habe, bis ich das Gefühl hatte, angekommen zu sein ", erklärt der evangelische Gemeindepfarrer von St. Nicolai Friedrich von Biela ( 40 ). " Obwohl ich und meine Familie sehr, sehr freundlich empfangen wurden. Leider sind die Oschersleber Bürger und Bürgerinnen nicht allzu leicht zugänglich. Es braucht schon eine gewisse Zeit, um mit ihnen warm zu werden. Von manchen Leuten, die schon Jahrzehnte hier wohnen, habe ich schon gehört, dass sie sich immer noch nicht heimisch fühlen. Wie gesagt, die Leute hier sind anfangs nicht sehr zugänglich, was viele von auswärts überfordert. "

Doch der Pfarrer weiß, wenn die Bürger einen akzeptiert haben und als einen von ihnen ansehen, " dass das Leben sehr intensiv ist ". Damit meint er das belebte Gemeindeleben. " Die Angebote wie zum Beispiel unser Quasselcafé im Pfarrhaus, das Dienstag und Donnerstag Vormittag die Pforten öffnet, werden gut angenommen. " Friedrich von Biela weiß, dass das in anderen Gemeinden nicht so ist.

Doch was Friedrich von Biela an den Oscherslebern mag, ist ihre Einstellung. " Hier gibt es noch eine starke Frömmigkeit, was ich als Pfarrer natürlich begrüße. Manche Bürger suchen auch Einzelgespräche mit mir, was mich freut. "

Seit neun Jahren hat er jetzt die Pfarrstelle in Oschersleben. Direkt nach dem Studium in Halle hat er in Oschersleben angefangen. " Zufällig bin ich in der Nähe meiner Heimat gelandet ", erzählt Friedrich von Biela, der eigentlich aus Halberstadt kommt.

Der Pfarrer ist ein echter Familienmensch und schätzt auch das Familienleben in Oschersleben. " Meine eigenen Kinder Sarah ( 20 ), Jakob ( 15 ) und Miriam ( 11 ) hätten natürlich nichts dagegen in einer größeren Stadt zu leben, sind aber trotzdem genau wie ich gerne hier. Da ich es liebe, ins Theater zu gehen, fahre ich natürlich ab und zu mal nach Magdeburg, bin aber froh wieder nachhause zu kommen. "

Seit fünf Jahren ist er ehrenamtlich bei der Notfallbegleitung tätig. " Bei meiner ehrenamtlichen Arbeit schätze ich es, mit den verschiedensten Leuten zusammen zu kommen. " Bei der Gelegenheit versucht Friedrich von Biela immer wieder die Kirchengemeinde und die Öffentlichkeit enger aneinander zu binden. " Ich merke, dass eine Offenheit vorhanden ist, was sich zum Beispiel an der Zusammenarbeit mit dem Matthias-Claudius-Haus zeigt. Dennoch könnte sich das Miteinander weiter verbessern. " Friedrich von Biela ist für mehr gemeinsame Initiativen, wie dem Burgverein oder dem Händlerverein, den es vor Jahren gab. " Schade, dass das wieder eingeschlafen ist ", sagt Friedrich von Biela. " Solche Einrichtungen würden dem Ort zugute kommen. "