In Oschersleben soll in zwei Abschnitten die Hornhäuser Straße vom Kreisverkehr bis zur alten Eisenbahnbrücke am Stadtausgang nach Hornhausen ausgebaut werden. Der erste Bauabschnitt reicht vom Kreisverkehr bis zum Bahnübergang und ist für 2011 geplant, der zweite vom Bahnübergang bis zur Brücke und soll 2012 umgesetzt werden. " Ohne Gewähr ", sagt Oscherslebens Bürgermeister zum Zeitplan der Landesbaubehörde.

Oschersleben. Zur Sitzung des Oschersleber Bau- und Umweltausschusses waren Thomas Weinkopf und Katja Wolf vom Planungsbüro Weinkopf aus Harbke eingeladen. Die beiden Sachverständigen präsentierten erste Entwürfe der geplanten grundhaften Erneuerung der Hornhäuser Straße. Das Projekt umfasst den Abschnitt vom Ortseingang Oschersleben bis zum Kreisverkehr an der Ecke Lindenstraße.

Mit allerlei Skizzen und Fotos wiesen Wolf und Weinkopf auf die Dringlichkeit des Vorhabens und freuten sich über Vorschläge aus den Reihen des Bauausschusses für die Umsetzung der Sanierungsarbeiten. Zur Erläuterung : Die Straße soll auf einer Gesamtlänge von 1 800 Metern erneuert werden. Neben Arbeiten an der Straßendecke sowie den Regenund Schmutzwasserkanälen, die zum Teil erstmalig eingesetzt werden, stand vor allem die Errichtung eines Radweges zur Diskussion.

Thomas Weinkopf : " Es ist leider nicht möglich, an allen Bauabschnitten getrennte Gehund Radwege zu installieren, da im Bereich vor dem Kreisel die Straße zu eng ist. " Bei der Präsentation gerieten Ausschussmitglieder und die Sachverständigen in eine lebhafte Diskussion um die Umsetzung der Erneuerung. Torsten Schubert, Ausschussmitglied für die CDU, versuchte mehrmals die Situation zu beruhigen, als sich seine Amtskollegen nicht auf Pläne des Büros einigen wollten. " Wir müssen bedenken, dass Frau Wolf und Herr Weinkopf vom Fach sind und sicherlich verschiedene Alternativen überdacht haben ", versuchte Schubert zu schlichten. Weinkopf : " Wir freuen uns über Ihre Vorschläge,

nehmen die Tipps gern mit und werden versuchen, sie in den Plan einzubauen ". Knackpunkt war unter anderem der Umbau des Kreuzungsbereichs Hornhäuser Straße und Hermann-Krebs-Straße auf Höhe des Bahnübergangs. Durch den Umbau der Einfahrt in die Hornhäuser Straße von der Hermann-Krebs-Straße aus würde dort die Rechtsabbiegerspur wegfallen. " Das bedeutet, die Autos auf der Krebs-Straße würden sich bei runtergelassenen Schranken aufstauen, wenn nur ein Auto nach links abbiegen möchte ", gab Bürgermeister Klenke zu bedenken.

Für weiteren Diskussionsstoff sorgt der Ausbau des Radweges im städtischen Bereich. " Aufgrund der engen Straßenführung müssen wir einen Kompromiss zwischen Parkflächen, Rad- und Gehweg und Straße finden ", klärte Thomas Weinkopf die Ausschussmitglieder auf. Nach langen Diskussionen entschied man sich vorerst dafür, in Erwägung zu ziehen, den Radverkehr über die Weinbergstraße und Alte Dorfstraße umzuleiten. " Damit haben wir in diesem Bereich mehr Platz für Parkflächen und eine Busspur ", freute sich Weinkopf über den Vorschlag. Gedacht ist, die Hornhäuser Straße an der Abzweigung Rosa-Luxemburg-Straße in Fahrtrichtung Hornhausen mit einer Busspur auszustatten, " um den Schülern des Gymnasiums problemlos das Einsteigen in den Bus zu ermöglichen, ohne den fließenden Verkehr zu behindern ", so Weinkopf, und weiter zu den Plänen : " Zusätzlich ist geplant, vor dem Kreisel den Zebrastreifen gegen eine viel sichere Verkehrsinsel auszutauschen ". Auch hier keimte zunächst Protest auf, vor allem seitens Dieter Klenke : " Ein Zebrastreifen ist doch eine klare Rechtssituation. Der Fußgänger hat Vorfahrt ", verkündete Oscherslebens Bürgermeister und begründete seine Bedenken : " Auf so eine Verkehrsinsel passen vielleicht drei bis fünf Personen. Zu den Stoßzeiten würden ja alle über die Straße marschieren wie sie wollen. " Weinkopf argumentierte hingegen mit Forschungsergebnissen, die bewiesen, " dass eine Verkehrsinsel immer die sichere Alternative " sei und deshalb heutzutage Genehmigungen für Zebrastreifen nur schwer zu bekommen sind.

Wie die Vorschläge des Ausschusses umgesetzt werden, können sich Interessierte auf der nächsten öffentlichen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 16. Dezember anschauen, wenn das Planungsbüro die erneuerten Entwürfe vorstellt und auch mit ersten Zahlen für die erwarteten Kosten der Sanierung aufwartet.