In zwei Monaten am 1. Januar 2010 tritt der Vertrag zur Gründung der Einheitsgemeinde " Stadt Wanzleben Börde " in Kraft. Außer Klein Wanzleben gehören dann alle Gemeinden der " alten " Vgem " Börde " Wanzleben dem neuen Gebilde an. 48 Ortsschilder müssen geändert werden, Straßennamen erneuert und am 14. März der neue Stadtrat der Einheitsgemeinde sowie ein neuer Bürgermeister oder -meisterin gewählt werden. Derweil werden die Bewohner Klein Wanzlebens im Auftrag des Innenministeriums erneut zur Anhörung am 29. November gebeten.

Klein Wanzleben / Wanzleben / Domersleben.

Während sich die Gemeinden der künftigen Einheitsgemeinde " Stadt Wanzleben Börde " auf den Tag des Zusammenschlusses am 1. Januar 2010 vorbereiten, wird in der Gemeinde Klein Wanzleben mit den Ortsteilen Remkersleben und Meyendorf am 29. November erneut zur Anhörung im Auftrag des Innenministeriums gebeten. Obwohl sich die Bewohner bereits gegen einen freiwilligen Zusammenschluss zur neuen Einheitsgemeinde " Stadt Wanzleben Börde " ausgesprochen haben, lautet jetzt die Frage : " Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Klein Wanzleben in die künftige Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde eingemeindet wird ?"

Die Anhörung wird aktuell von den Mitarbeitern der Verwaltungsgemeinschaft " Börde " Wanzleben organisiert, da Klein Wanzlebens Bürgermeister Horst Flügel vergangene Woche erklärt hatte, dass die Gemeinde eine erneute Anhörung nicht unterstützen und boykottieren werde. Verwaltungsleiterin Petra Hort hatte auf diesen Protest hin in der Freitagsausgabe der Volksstimme erklärt : " Der Bürger hat ein Recht auf Anhörung. Wir suchen nach einer Lösung. "

Anhörung ist am

29. November

Offiziell heißt es in der Bekanntmachung : " Die Bürgeranhörung hat den Zweck, dem Gesetzgeber vor seiner Entscheidung umfassende Kenntnis über den gemeindlichen Bürgerwillen zu verschaffen, den er im Rahmen seiner Abwägung zu berücksichtigen hat. "

Die Lösung für das " Recht auf Anhörung " sieht für die Remkersleber und Meyendorfer so aus, dass sie es am 29. November zwischen 8 bis 18 Uhr im Anhörungslokal in der Caféteria des Pflegezentrums Meyendorf wahrnehmen können. Für den Ort Klein Wanzleben gestaltet sich die Suche nach einer passenden Räumlichkeit schwieriger. Denn : Ortschef Horst Flügel hatte bereits angekündigt, dass die Räumlichkeiten der Gemeinde für die Bürgeranhörung am 29. November nicht zur Verfügung gestellt werden ( Volksstimme berichtete ). Derzeit ist noch immer kein Anhörungslokal gefunden worden, dieses werde aber in Kürze bekannt geben, erklärte die Verwaltung gestern. Denn die Benachrichtigungskarten für die Anhörung müssen bis spätestens Mittwoch nächster Woche verschickt sein, hieß es. In der Zwischenzeit könnte möglicherweise aus einer ganz anderen Ecke ein Zuwachs für die neue Einheitsgemeinde " Stadt Wanzleben Börde " kommen. Zurzeit werden die künftigen Mitglieder der neuen Einheitsgemeinde gefragt, ob sie in der gesetzlichen Phase der Gemeindegebietsreform auch die Gemeinden Drackenstedt, Druxberge und Ovelgünne aufnehmen würden. Dieses ist durch das Innenministerium als alternative Variante für die Eingemeindung in die Mitgliedsgemeinde Eilsleben der künftigen Verbandsgemeinde Obere Aller vorgesehen. Gefragt werden und wurden die Gemeinderäte der Verwaltungsgemeinschaft " Börde " Wanzleben auch, ob etwas gegen die Eingemeindung der Gemeinde Klein Wanzleben sprechen würde.

Bereits über die Anfrage des Innenministeriums beraten hat zum Beispiel schon der Domersleber Gemeinderat. Bürgermeister Bernd Meyer : " Wir haben prinzipiell nichts dagegen, sofern durch die Eingemeindung der Gemeinden Drackenstedt, Ovelgünne und Druxberge sich für uns wirtschaftlich betrachtet nichts verschlechtern und die neue Einheitsgemeinde dadurch finanziell nicht wesentlich belastet werden würde. Denn von den genannten drei Gemeinden kennen wir derzeit noch nicht die Finanzsituation. Von Klein Wanzleben schon, hier saßen die Vertreter bei den Verhandlungen immer mit am Tisch. Die letzendliche Entscheidung was das betrifft, wird am Ende der neue Gemeinschaftsausschuss treffen müssen. " Unabhängig davon formiert sich bereits die künftige Einheitsgemeinde und arbeitet an den Vorbereitungen für den 1. Januar 2010. Dann tritt der Vertrag über den Zusammenschluss in Kraft. Bis zu diesem Tag wird das Straßenverkehrsamt 48 neue Ortsschilder aufstellen ( Volksstimme berichtete ). Darauf erscheint zunächst der Name " Stadt Wanzleben-Börde ", darunter wird der Ortsteil genannt – zum Beispiel Seehausen oder Bottmersdorf, zuletzt wird Landkreis Börde zu lesen sein.

Für die problemlose Gründung der Einheitsgemeinde ist auch eine Umbenennung von Straßennamen dringend nötig. Dutzende sind doppelt in der bisherigen Verwaltungsgemeinschaft " Börde " Wanzleben vorhanden. Da die neue Einheitsgemeinde aber nun eine gemeinsame Postleitzahl erhält, muss das Straßenregister bereinigt werden. Einige Gemeinderäte haben zu dieser Frage bereits beraten und machen den Bürgern konkrete Vorschläge. In Domersleben sei es so, dass die Bürger ihre Anregungen für die zur Diskussion stehenden Straßennamen noch bis zum 11. November telefonisch bei der Verwaltungsmitarbeiterin Ina Nohr unter der Nummer ( 039209 ) 4 47 29 mitteilen können. Der Beschluss über die Umbenennung wird in der Domersleber Gemeinderatsitzung am 18. November bestätigt. Auch Hohendodeleben hat bereits eine Vorschlagsliste für die Straßenumbenennung im Hauptausschuss erarbeitet. Wanzleben hat das Thema demnächst auf der Tagesordnung.

Termin für die neue

Stadtratswahl steht

Inzwischen steht übrigens auch der voraussichtliche Termin für die Wahl des neuen Stadtrates der Einheitsgemeinde fest – der 14. März 2010. Bis zur Wahl des neuen Stadtrates wird die Einheitsgemeinde weiter durch die bisherige Verwaltungsgemeinschaft " Börde " Wanzleben und Verwaltungsleiterin Petra Hort geführt. Der neue Bürgermeister oder Bürgermeisterin muss dann ebenfalls neu gewählt werden. Den Termin hierfür legt der neugewählte Stadtrat fest. Wanzlebens Bürgermeisterin Petra Hort hat bereits ihre Kandidatur bekannt gegeben. Weitere Bewerber, die sich für das Amt zur Wahl stellen wollen, wurden noch nicht bekanntgegeben.