Coerths Saal in Hohendodeleben war am Sonnabendnachmittag wieder einmal bis fast auf den letzten Platz ausgebucht. Um das 7. Herbstfest der Plattspreeker, die sich regelmäßig in der DRK-Begegnungsstätte treffen, nicht zu verpassen, waren einige der Gäste sogar extra nach Hohendodeleben angereist.

Von Constanze Arendt

Hohendodeleben. Fleißig hatten die acht Plattspreeker unter der Leitung von Rosemarie Kretschmer in den vergangenen Wochen wieder geübt. Das umfangreiche Programm mit Gedichten und Sketchen ließ das erahnen. Es ging um die Herbstzeit an sich, aber auch um Heiratsanzeigen, Regen- und Sonnenschirme, Omas Schürze und auch um das Horoskop.

Besonders Zirkelmitglied Hannelore Ebel ist dafür bekannt, dass sie sich im feinsten Platt auch den Themen aus den aktuellen Nachrichten widmet. Und so hatte sie sich diesmal der Abwrackprämie und der Schweinegrippe herausgepickt. Doch am Auspuff des Autos hörte bei ihr das Thema Abwrackprämie noch lange nicht auf, auch vor dem eigenen Körper macht die Verschrottung manchmal nicht halt. " Früher war ich ‘ ne ganze Forsche, heut fahr ‘ ich ‘ nen Rentnerporsche ", war nur einer ihrer flotten Sprüche, bei dem vielen im Saal vor Lachen die Tränen kamen.

Auch Hohendodelebens Bürgermeister Wolf-Burkhardt Bach nahm sich da nicht aus. Kurz vor der Programmpause ergriff er das Mikrofon und dankte den Plattspreekern für ihr Engagement zum Erhalt des Bördeplatt und eines Stücks alter Heimatgeschichte. Er ließ es sich nicht nehmen, auf Platt zu erklären, was Hohendodeleben Neues hat, ehe er die Bühne wieder, wie er sagte, " den Profis " überließ.

Eine von den Profis war Eva Brandt aus Oschersleben, die sich sehr für die Pflege der Mundart einsetzt. Sie wollte sich ebenso wie der Bürgermeister bedanken, aber auch den Gedanken an das Ehrenamt mehr in den Vordergrund schieben. Die, die sich ehrenamtlich wie die Hohendodeleber ( oder wie sie sich selbst nennen : die Doläschen ) Plattspreeker engagieren, müssten Zeit und Geld investieren und auch noch Verantwortung übernehmen. " Aber es macht Freude, anderen Freude zu machen und das allein ist schon das Ehrenamt wert ", sagte sie und ermutigte, das zu bewahren, was die Plattspreeker sich aufgebaut haben.

Und genau dazu gehört auch der Nachwuchs, der in der Schule die plattdeutsche Sprache fleißig übt. " Wir freuen uns, dass wir wieder Nachwuchs haben, nachdem die größeren Kinder aufs Gymnasium gewechselt sind ", sagte Rosemarie Kretschmer. Was auch die Kleinen aus der ersten und zweiten Klasse schon können, zeigten sie in einem kleinen Bühnenprogramm. Die Texte dafür hatte Lehrerin Ulrike Bierstedt herausgesucht und umgeschrieben. Der Applaus war der Lohn für alle Akteure, ob vom jungen oder älteren Semester. Und vielleicht spricht sich das auch bis nach Hadmersleben, Niederndodeleben und Hohenwarsleben herum, denn auch von hier waren Plattspreeker angereist, um mit den Hohendodelebern den Herbst zu feiern.