Hundisburg ( msc / mb ). Zu einer Premiere luden am Sonntag Vertreter der LEADERAktionsgruppe ( LAG ) Flechtinger Höhenzug in den Akademiesaal des Hundisburger Schlosses ein. Erfolgreiche Projekte, die in der Vergangenheit mit Hilfe des EU-F örderprogramms LEADER in den 66 Mitgliedsgemeinden verwirklicht werden konnten, standen dabei im Mittelpunkt einer Ausstellung.

Ein buntes Kulturprogramm ergänzte die Präsentation der Aktionsgruppe in Hundisburg.

Stimmungsvoll leitete das Ummendorfer Schalmeienorchester das Interesse des Publikums bei den Obsttagen auf Schloss Hundisburg zunächst auf die Bühne. Dort zeigten die Mitglieder des Ummendorfer Trachten- und Brauchtumsvereins eine beeindruckende Modenschau. Die Oschersleber Plattsprecherin Eva Brandt weihte die Besucher in die Geheimnisse von Trachten ein, wie sie vor etwa 100 Jahren in den Bördedörfern zu feierlichen Anlässen getragen wurden. Auch der Ummendorfer Bürgermeister Reinhard Falke stellte sich in historischer Tracht vor.

Das Potpourri ländlicher Lebensart und Tradition ergänzten im Akademiesaal Stände des Niederndodeleber Holunderkontors und des Bördemuseums in Ummendorf. Der Obstkundler Reinhard Heller bestimmte alte Apfelsorten.

Lange Warteschlangen am " Apfelstand " gaben den Gästen ausreichend Zeit, sich an den vielen Bilder- und Informationstafeln über die Erfolge des LEADER-Programms in der Börderegion zu informieren. Filme über abgeschlossene Projekte ergänzten die Schau über eine Erfolgsgeschichte.

Sie berichteten darüber, wie mit Hilfe einer regional orientierten Förderpolitik das Leben auf dem Lande, die kulturellen, wirtschaftlichen und gemeinschaftlichen Bedürfnisse und Erfordernisse weiter entwickelt werden. Ausdruck dafür sind sozio-kulturelle Dorfzentren wie das vor zwei Wochen eingeweihte Hopfenhaus in Groß Santersleben, das erste naturnahe Ökobad Sachsen-Anhalts in Nordgermersleben, aber auch das Schloss Hundisburg selbst oder die Rottmersleber Pilgerkirche St. Jakobus.

" Das Interesse war groß. Ziel war es, ein breites Publikum, das mitunter noch nie etwas von LEADER gehört hatte, über unsere Ziele zu informieren. Es gab konkrete Anfragen über die Höhe der Förderquote und die Voraussetzungen, die für einen erfolgreichen Antrag auf LEADER-Mittel nötig sind ", berichtete Wolfram Westhus, Manager der LAG Flechtinger Höhenzug.

Die Vorsitzende der LAG, Steffi Trittel, ergänzte : " Nach anfänglicher Zurückhaltung konnten wir uns ab Mittag kaum noch vor Anfragen retten. Und das war gut so.

Des Windes auf dem Schlosshof müde, lockte die Ausstellung immer mehr Besucher zu uns. Darunter waren neben potenziellen Interessenten für Förderanträge auch Anfragen von Reiseunternehmen gewesen. Deren Interesse galt vor allem möglichen Ausfl ugszielen für Reisen mit älteren Menschen. Und da haben wir mit Glanzlichtern wie dem Niederndodeleber Holunderkontor, dem Hopfenhaus, dem Hundisburger Schloss und vielen anderen Sehenswürdigkeiten Einiges zu bieten. Das Anliegen, Kontakte auch für den ländlichen Tourismus zu knüpfen, wurde erfüllt. Auch die Idee, vielleicht ein Förderpojekt in Verbindung mit alten Apfelsorten und allen damit verbundenen Traditionen und Besonderheiten anzuschieben, wurde am Sonntag geboren. "