" Rettet die Emmeringer Kirche ", war am Mittwochabend eine Veranstaltung im kleinen Gotteshaus des Oschersleber Ortsteils überschrieben. Der Emmeringer Verein Kirche und Kunst hatte dazu eingeladen und stellte dabei seine Pläne zur Rettung der Kirche vor.

Emmeringen. " Die Kirche muss im Dorfe bleiben ", brachte am Mittwochabend der Ur-Emmeringer Hans Lodahl die emotionale Stimmung in der kleinen Kirche des Oschersleber Ortsteils auf den Punkt. Der Senior, früher Bürgermeister von Emmeringen, wolle mit dazu beitragen, dass die Pläne des Emmeringer Vereins Kirche und Kunst Wirklichkeit werden. Die Frauen und Männer um Vorsitzende Mandy Zeidler wollen die Kirche kaufen und sanieren.

Um herauszubekommen, ob die Vereinsmitglieder richtig liegen mit ihren Zukunftvisionen für die Kirche, hatte Kirche und Kunst unter der Überschrift " Rettet die Emmeringer Kirche " interessierte Einwohner in die kleine Dorfkirche eingeladen. " Wir werden alles daran setzen, die Kirche als ersten Schritt zu kaufen ", fasste Mandy Zeidler das Ergebnis des Abends zusammen. Das Interesse der Emmeringer zeigte dem Verein : Ja, wir wollen unsere Kirche vor dem Verfall retten !

Dieser erste Schritt des Kaufens der Kirche kostet zunächst Geld. 23 900 Euro will das Bundesvermögensamt für die Emmeringer Dorfkirche haben, was nach den Worten des Vereinsmitglieds Lutz Bittner dem Verkehrswert entspreche. Die Kirche befi ndet sich zurzeit im Besitz des Bundes.

Bittner stellte Fördermittel aus dem Leader-Programm in Aussicht, die die Hälfte des Kaufpreises betragen würden. Ebenso könne über Leader die Hälfte der zunächst erforderlichen Sanierungskosten von 30 000 Euro aufgebracht werden. Lutz Bittner informierte die Versammlungsbesucher, dass Burkhardt Kanngießer, ehemaliger Landrat des Bördekreises, das Rettungsvorhaben unterstütze. Kanngießer habe ihm gegenüber versichert, sich auf Kreisebene für die Pläne des Emmeringer Vereins einzusetzen. Ebenso habe Bittner gegenüber die Kommunale Sanierungsgesellschaft und die Arbeitsagentur versichert, die Sanierung der Kirche mit qualifizierten Projekten zu unterstützen. Wenn der Verein Eigentümer der Kirche ist. Falk Zönnchen wohnt seit etwa einem Jahr mit seiner Lebensgefährtin in Emmeringen. Zönnchen ist Oschersleber Feuerwehrmann und versicherte in dieser Eigenschaft nach Rücksprache mit seinem obersten Dienstherren, Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke, die Stadtfeuerwehr werde mit ihrer Technik helfen, die Bäume rund um die Kirche auf das erforderliche Maß zu stutzen.

Friedrich von Biela, evangelischer Pfarrer der Kirchengemeinde St. Nicolai Oschersleben, sprach von einer ideellen Unterstützung seiner Kirchengemeinde für die Pläne des Emmeringer Vereins Kirche und Kunst. Und von 500 Euro, die seit Jahren in der Kasse der Gemeinde schlummern, nur für den einen Zweck : für die Sanierung der Emmeringer Kirche ausgegeben zu werden. " Die Geschichte der Emmeringer Kirche ist eine Geschichte des Ringens um den Erhalt der Kirche ", sagte von Biela. Mit dem Engagement des Vereins hoffe der Pfarrer auf eine gewisse Kontinuität in der Zukunft des Gotteshauses.

" Wir freuen uns über jede Spende ", kündigte Mandy Zeidler an, der Verein werde jetzt Sponsoren suchen, um den Kaufpreis aufbringen zu können. Sei die Kirche gekauft, werde zuerst die Fassade saniert, um den weiteren Verfall des Gotteshauses zu stoppen.