" Blätterfall, Blätterfall, gelbe Blätter überall ... " An diesem Kinderlied werden in diesen Tagen einige Klein Oschersleber und Alikendorfer Bürger wenig Freude haben. Bis vor kurzem standen in den Dörfern Container, in denen das Laub von öffentlichen Bäumen entsorgt werden konnte. Nun sind die Container " entsorgt ". Die Frage, wohin jetzt mit dem Laub, ist bis zum heutigen Tage nicht beantwortet.

Alikendorf / Klein Oschersleben. Als die Dörfer noch selbständige Gemeinden waren, haben sie Container angeschafft. Das war vor 15 Jahren. In diese Container kam der Dreck vom Straßefegen und kam das Laub, das auf öffentlichen Plätzen von den Bäumen fiel. In Alikendorf trifft dies vor allem für die Straße " Unter den Linden " zu, in Klein Oschersleben stehen beispielsweise entlang der Alten Hauptstraße große Kastanienbäume, hinzukommt die Lindenallee. Viele Jahre funktionierte die Containerlösung, auch nach der Eingemeindung in die Stadt Oschersleben.

Nun sind die Container verschwunden, abgeholt, ohne, dass Ortsbürgermeister oder Ortschaftsrat informiert wurden. Doch ist in den Gebietsänderungsverträgen geregelt worden, dass die Ortschaftsräte über Dinge, die die Ortschaften betreffen, vorher zu informieren sind. Das wurde genauso wenig getan wie auch die Information fehlt, wo die Bürger nun Laub und Straßenschmutz entsorgen können.

Im Alikendorfer wie im Klein Oschersleber Ortschaftsrat stand das Thema während der jüngsten Sitzungen zur Debatte. " Die Leute fegen das Laub von öffentlichen Plätzen, dann muss ihnen auch die Möglichkeit gegeben werden, es zu entsorgen. Das ist auch die einhellige Meinung unseres Ortschaftsrates. Wir wollen den Container wiederhaben ", so Alikendorfs Ortsbürgermeisterin Inge Pohle. Sie berichtet auch, dass sich die Leute bereits eine " Entsorgungsstelle " am Anger geschaffen haben. Das könne auch nicht im Sinne des Erfinders sein. Auch befürchtet Inge Pohle, dass die Leute die Straße nicht mehr fegen, das Laub liegen bleibt.

In Klein Oschersleben befürchtet der Ortschaftsrat, dass der Hinweis eines Ratsmitgliedes vor einigen Wochen, dass im besagten Container Dinge entsorgt werden, die nicht dorthinein gehören, ausschlaggebend dafür war, dass der Container verschwand. Diese Bemerkung und der Wunsch, ein Schild aufzustellen, lässt sich im Protokoll der Ortschaftsratssitzung vom 6. August wiederfinden. Die Klein Oschersleber Eckart Römmer und Jörg Gildemeister nennen das " Sippenhaft ". Ein ganzes Dorf wird bestraft, weil einige wenige Unbelehrbare den Container zweckentfremdeten.

Baubetriebsamtsleiter Steffen Czerwienski bestätigt, dass es Beschwerden des Entsorgers gegeben habe. Doch in erster Linie seien die Container entfernt worden, weil sie zusätzliche Kosten verursachen. Derartige Containerlösungen gebe es nur in Klein Oschersleben und Alikendorf, diese Ausnahmen oder Sonderregelungen könnten nicht länger geduldet werden.

Doch was heißt hier Ausnahmen ? Schließlich gibt es für die Kernstadt Oschersleben, und nur für sie, auch eine Regelung. Erst im jüngsten Amtsblatt war der Tourenplan für die Laubentsorgung aus einigen Straßen der Kernstadt nachzulesen. Seit vier Jahren gibt es diese zweimonatige Laubentsorgung durch den Bauhof. " Um eine Gleichbehandlung aller Grundstückseigentümer in Oschersleben zu erreichen, sollten auch in anderen Ortschaften künftig Container aufgestellt werden ", fordern die Klein Oschersleber. Auch hier befürchtet der Ortschaftsrat, dass die Grundstückseigner öffentliche Grünanlagen vor ihren Grundstücken nicht mehr pflegen, weil sie die Entsorgung des Grünschnitts selbst tragen müssten. Die Folge wäre, dass die Gemeindearbeiter zu Lasten der Stadt diese Arbeiten erledigen, was auch mehr Kosten verursacht. Wie auch eine mögliche Forderung der Ortsteile, die maschinelle Straßenkehrung, wie sie in der Kernstadt durchgeführt wird, auf die Ortsteile auszudehnen, zusätzliche Kosten bedeuten würde.

Bis zum Ende der Woche will Steffen Czerwienski die Frage beantworten, wie das Laub in Klein Oschersleben und Alikendorf künftig entsorgt werden soll. Hoffnung auf die Rückkehr der Container machte er indes wenig.