Das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Klein Germersleben und ein Buch zu Ehren der 24 Kriegsgefallenen des Ortes während des Zweiten Weltkrieges sind am Sonnabend von Pfarrer Peter Telschow geweiht worden. Mit dem Spielmannszug Groß Rodensleben zog die Feuerwehr mit zahlreichen befreundeten Kameraden nach der Buchweihe zum neuen Gerätehaus. Die Gemeinde investierte für den Neubau rund 160 000 Euro aus Eigenmitteln.

Bottmersdorf / Klein Germersleben. Im Rahmen der Feierlichkeiten zur Einweihung des neuen Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Klein Germersleben hatte am Sonnabend Pfarrer Peter Telschow zunächst eine ganz andere Aufgabe. Er weihte in der St.-Aegedi-Kirche ein Buch zu Ehren der 24 Kriegsgefallenen aus Klein Germersleben. Dazu stoppte der Umzug an der Kirche. Das in schwarzem Leder gebundene Buch trug eines der jüngsten Gemeindemitglieder, die fünfjährige Annelie Becker, in das Gotteshaus. Begleitet wurde sie, jeweils mit einer Kerze in der Hand, von Stine-Marie Quabs und Emily-Elisa Franke. " In diesem Buch stehen die 24 Namen der Klein Germersleber, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind ", erklärte der Pfarrer. Allein acht Männer kamen kurz vor Kriegsende 1945 ums Leben. Das Buch hat jetzt einen würdigen Platz in der Kirche gefunden. Zu den Geburtstagen der Gefallenen wird jeweils die entsprechende Seite mit dem Namen des Klein Germerslebers aufgeschlagen.

Nach der feierlichen Zeremonie setzte der Zug sich weiter in Richtung des neuen Gerätehauses in Bewegung. Dieses ist direkt neben dem alten errichtet worden. Dieses war übrigens vor 36 Jahren eingeweiht worden.

Begleitet wurde der Umzug vom Spielmannszug Groß Rodensleben und den Kameraden befreundeter Wehren sowie Abschnittsleiter Kai Pluntke. Bürgermeister Hans-Dirk Sill dankte in seiner Ansprache vor dem neuen Gerätehaus den Feuerwehrmännern für ihr Engagement und den Gemeinderatsmitgliedern, die eine Umsetzung der seit vier Jahren vorliegenden Planungen erst ermöglicht haben. " Das Projekt zog sich durch die Frage nach Fördermitteln hin ", so Dill. Schließlich wurden die beiden gestellten Fördermittelanträge von 2006 und 2007 jeweils abgelehnt. " Die letzte Absage bekamen wir Anfang 2008 ", erzählt der Ortschef. Der Gemeinderat beschloss daher, die gesamte Summe von rund 160 000 Euro komplett mit Mitteln aus dem Gemeindehaushalt zu finanzieren. So konnten im März 2008 die Bauarbeiten beginnen. " Für den Gemeinderat stand in jedem Fall fest, dass das Gerätehaus gebaut werden muss. Auch ohne Fördermittel ", sagte Dill. Und mit Hilfe der Eigenleistung der Feuerwehrmänner werde man das Projekt schaffen. So war es auch. Allerdings, so Wehrleiter Martin Harpke, hatte man vorab für alle 19 Kameraden mit insgesamt 600 Stunden Eigenleistung zum Bau des neuen Gerätehauses gerechnet. " Inzwischen hat hier jeder Kamerad rund 200 Stunden Eigenleistung erbracht. Aus diesem Grund freuen wir uns jetzt um so mehr, dass wir die Einweihung feiern können ", sagte der Leiter der Wehr, die in diesem Jahr 111 Jahre alt geworden ist. Die Wehr der 340-Seelen-Gemeinde hat zurzeit 19 aktive Mitglieder. Zehn Frauen befinden sich derzeitig in der Grundausbildung zur Feuerwehrfrau. Die Jugendfeuerwehr hat aktuell vier Mitglieder.