Als Peter Sander vor drei Monaten eine Wohnung in Wanzleben bezog, war die noch nicht ganz fertig. Im Übergabeprotokoll wurde ihm bestätigt, dass das Bad noch gefliest wird. Dazu ist es bisher noch nicht gekommen. Doch die Geschichte scheint ein glückliches Ende zu nehmen, für heute hat sich der Fliesenleger angekündigt.

Wanzleben. Vor drei Monaten musste Peter Sander umziehen. Der Zeitpunkt, bis zu dem der Umzug vollzogen werden musste, war dem Arbeitslosengeld II-Empfänger vorgegeben. Es war der 1. Juni. Fündig wurde er bei der Wohnungsbaugesellschaft Wanzleben ( Wobau ) und bezog sozusagen auf den letzten Drücker eine Wohnung in der Wanzleber Bahnhofstraße.

Die Wohnung war zuvor verkleinert worden, indem die Tür zum Kinderzimmer zugemauert worden war. Auch sonst waren einige Bauarbeiten vor dem Einzug durchgeführt worden. Nur die Fliesen an und über der Wanne im Bad sollten noch nachträglich verlegt werden, so wurde es am 9. Juni auch im Übergabeprotokoll vermerkt. Doch nach Meinung des Mieters hätte die Wobau auch genügend Zeit gehabt, die Wohnung zwischen den ersten Gesprächen und dem Einzug, komplett herzurichten. " Ich hatte vor meinem Umzug in

er Wohnung schon einmal geguckt, und konnte mir nicht vorstellen, dass die Wohnung in vier Wochen bezugsfertig sein sollte ", erinnerte sich Sander. Eine Woche vor dem Umzug habe die Wohnung noch nicht besser ausgesehen. Und seine Bereitschaft, bei der Renovierung mitzuhelfen, habe die Wobau nicht annehmen wollen.

Auch drei Monate nach dem Einzug ist das Problem mit dem ungefliesten Bad akut. Zwar hatte der Fliesenleger inzwischen vorgesprochen, aber den Arbeitsbeginn verschob er dann telefonisch erst einmal und dann ein zweites Mal auf unbestimmte Zeit. Bis heute ist duschen in der Badewanne unmöglich. Sechs Wochen lang hat sich seit dem Vorsprechen des Fliesenlegers nichts getan, außer dass ihm inzwischen seitens der Wobau auch noch das Anbringen eines Fliesenspiegels in der Küche zugesichert worden war. " Ich war immer der Hoffnung, dass sich der Zustand bessert, deshalb habe ich noch nichts bei der ARGE gesagt ", so Sander, der jedoch mit seinem Anliegen auch bei der Bürgermeisterin Petra Hort war und um Hilfe gebeten hatte.

Die ARGE zahlt für seine Wohnung, die einige Mängel aufweist, fast den Höchstsatz. Nach Sanders Recherchen kosten wesentlich bessere Wohnungen genauso viel oder auch weniger Geld. " Das ist ein offi - zieller Betrug am Steuerzahler ", meint Sander, der keinen Luxus und sonstige Besonderheiten verlangt. Dennoch fragt er sich, welchen Standard eine Wohnung haben darf, die die ARGE bezahlt. Schließlich müsse man auch nicht immer Arbeitslosengeld-Empfänger bleiben. Und was wird dann mit der Wohnung ?

Rainer Lippelt, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, erklärte, dass nach zahlreichen Mieterwechseln im Jahr immer wieder Reparaturarbeiten in Wohnungen durchgeführt werden müssen. Meistens klappt das auch zeitnah. In der Wohnung von Peter Sander sind vor seinem Einzug umfangreiche Umbauarbeiten von Maler- über Sanitärarbeiten bis hin zum Einbau von neuen Türen erfolgt. Für die Restarbeiten, die wie er bestätigte, auch im Übergabeprotokoll vermerkt sind, hat die Wobau den Auftrag an den Fliesenleger weitergegeben. Die Terminabsprachen müssten letztlich aber zwischen dem Mieter und dem Fliesenleger getroffen werden. Wie Rainer Lippelt nach Rücksprache mit dem Fliesenleger berichtete, wird dieser nun heute mit seiner Arbeit beginnen und das Bad fl iesen.