Die Internatsschule Hadmersleben konnte gestern ihren 10. Geburtstag feiern. Es war ein Anlass, um zurückzublicken, aber auch um Interessenten die Möglichkeit zu geben, den Schulalltag einmal zu erleben. Neben diesem Tag der offenen Tür wird es in den kommenden Wochen noch weitere Höhepunkte anlässlich des Jubiläums geben.

Hadmersleben. Für fast alle Schüler der Internatsschule verlief der 10. Geburtstag der Schule gestern eigentlich nicht anders als andere Schultage auch. Hier wurde Mathematik unterrichtet, dort Biologie gelehrt und wieder woanders Geografie. Aus dem Speisesaal drang der Gesang einiger Schüler, den Chorunterricht ist hier Pflicht. Anders als an anderen Tagen war nur, dass zwischen 10 und 13 Uhr während des Unterrichts die Türen der Klassenräume aufstanden und zahlreiche Gäste durch die Gänge liefen. Sie wollten einmal den Schulalltag so erleben, wie ihn die Schüler jeden Tag erleben.

Schüler der Abschlussklasse, also der 12 ., hatten sich die Verantwortung übertragen lassen, die Gäste durch das Haus zu führen und ihnen Erläuterungen zu den einzelnen Bereichen. Eine von ihnen war Patricia Gottschalk, selbst Internatsschülerin aus Magdeburg, die die Besucher durch den Internatsbereich führte. Hier sind 70 Schüler, getrennt nach Ober- und Unterstufe, zumeist in Zwei- bis Drei-Bett-Zimmern untergebracht, die sie individuell gestalten können. Während des Tages sind die Internatsbereiche weitestgehend menschenleer, denn die Schüler dürfen erst nach dem Unterricht, der in der Regel um 16. 45 Uhr endet, auf ihre Zimmer. Zum Internatsbereich gehören auch Aufenthaltsräume, wo sich die Schüler unter anderem zum Nachrichtengucken treffen. Wer sich wunderte, warum in den meisten Zimmern der Oberstufenschüler keine Schreibtische standen, fand auch darauf eine Antwort. Die Schüler haben so genannte Silencien, zu denen sie sich zum gemeinsamen Lernen außerhalb der Schulzeit in den Klassenräumen treffen.

Die Turnhalle, die vor drei Jahren aus einem Getreidespeicher auf dem benachbarten

Wirtschaftshof entstand, zeigte Bastian Deubler. Hier können die Schüler vielen Sportarten von Volleyball bis Badminton im Unterricht und auch in der Freizeit nachgehen. In einem integrierten Kraftraum können die Internatsschüler etwas für ihre Fitness tun. Fazit ist, den Internatsschülern wird es nie langweilig.

Zur anderen Hälfte der 140 Schüler, nämlich den Tagesschülern, die jeden Tag individuell anreisen, gehört Sascha Kipf. Er ist seit der 8. Klasse Schüler an der Hadmersleber Internatsschule und sieht Vorteile darin. Gerade das betreute Lernen in den kleinen Klassen hat er zu schätzen gelernt. " Die Lehrer können mehr auf die Schüler eingehen ", sagt er. Wie dieses Lernen praktiziert wird, konnte man dann auch in dem Oberstufenbereich, durch den er führte, erleben. Auf das Klassensystem – Schüler bleiben in ihrem Klassenraum und der Lehrer wechselt die Räume – verwies Fiona Emme bei ihrer Runde durch den Unterstufenbereich, in dem die Schüler von der fünften bis zur neunten Klasse lernen. Auch der Klausurenplan, der am Anfang eines jeden Halbjahres erstellt wird, die gemeinsame Morgenrunde, die jeden Morgen zum Unterrichtsbeginn auf dem Flur stattfindet und die gemeinsamen Mahlzeiten fanden besondere Erwähnung.

" Um die individuelle Betreuung zu gewährleisten, setzen wir auf kleine Klassen, im Durchschnitt mit 15 Schülern ", erklärte Frank Melsbach, der gemeinsam mit Astrid von Smuda die Schule und das Internat leitet. Das sei sowohl für die Erziehung als auch für die Ausbildung wichtig. Und das Konzept kommt an, wie auch das Wachsen der Schule innerhalb der vergangenen zehn Jahre belegt. Waren es 1999 19 Mitarbeiter, sind es heute 35. Als die Schule vor zehn Jahren eröffnet wurde, wurden hier Schüler der 5. bis zur 10. Klasse ausgebildet, inzwischen kann man in Hadmersleben auch das Abitur ablegen. " Bis 2005 haben wir ausgebaut und immer wieder neue Räume hinzugenommen. Jetzt sind wir ausgewachsen, der Stand von 140 Schülern wird jetzt gehalten ", so Melsbach, der sich über eine gute Resonanz zum Tag der offenen Tür freuen konnte.

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