Die Entsorgung der biologischen Abwässer aus den Klärteichen des Bioethanolwerkes in Klein Wanzleben gehen gut voran. Täglich konnten im August bei der trockenen Witterung rund 8000 Kubikmeter auf die Felder eingebracht werden. Wenn alles gut ginge, könne in der nächsten Woche die Überproduktion der stinkenden Abwässer aus dem Jahr 2008 beseitigt sein, teilte gestern Werkleiter Udo Harten mit. Damit wäre auch die Ursache des Gestanks in Klein Wanzleben beseitigt.

Klein Wanzleben. " Die Felder nahe der Zuckerfabrik Klein Wanzleben schwimmen durch das Aufbringen der Abwassers aus den Klärteichen bereits und der ganze Landkreis stinkt ", meldete sich Detlef Mispelbaum Anfang der Woche am Lesertelefon zu Wort. Er sagte : " Das ist eine riesige Sauerei und eine Umweltverschmutzung. Es kann doch nicht sein, dass sich das Bioethanolwerk des Abwasser-Geruchsproblems durch diese Maßnahme so einfach entledigen kann. "

Die Volksstimme hakte bei Werkleiter Udo Harten in Klein Wanzleben nach. " Das Wasser wird nach dem Aufsprühen auf das Feld in den Boden eingebracht. Es kann sein, dass bei einigen Bauern kurzzeitig das Abwasser auf den Feldern

steht, bis der Landwirt mit anderer

Technik

dieses in den Boden einbringt. " Es gelte der Ablauf und die selben Vorschriften wie beim Aufbringen von Gülle. Insgesamt ginge es beim Abbau der Überproduktion der Abwässer aus dem vergangenen Jahr im Bioethanolwerk sehr gut voran. " Einer der beiden großen Klärteiche ist bereits leer gepumpt, der zweite führe nur noch ein Drittel der ursprünglichen Menge ", erklärte Udo Harten gestern auf Nachfrage. 53 000 Kubikmeter sind von den ursprünglich 160 000 Kubikmetern biologischer Abwässer in dem großen Becken noch vorhanden. Wenn alles gut geht, so Udo Harten, und die Witterung es zulasse, könnte schon nächste Woche alles erledigt sein.

Die Traktoren mit Gülleanhängern verlassen regelmäßig den Hof des Zuckerwerkes und schaffen täglich 8000 Kubikmeter Abwasser auf die Felder.

Zum Abbau des Altbestandes trägt aber auch die auf Volllast fahrende zweistufi ge Abwasserreinigungsanlage bei. Sie schafft rund 5000 Kubikmeter am Tag zu reinigen. 1600 Kubikmeter fallen in der täglichen Produktion im Bioethanolwerk an. Die Differenz schmälert ebenfalls den Alt-Abwasserbestand. Das Aufbringen des Abwassers auf die Felder als Dünger musste gestern wegen des Regens erstmalig gedrosselt werden. " Man kann bei dieser Witterung nicht beliebig die Flüssigkeiten auf die Felder bringen. Ich möchte nocheinmal betonen, dass das Abwasser vom Umweltamt analysiert worden ist und alles entsprechend der Gülleverordnung eingehalten wird ", erklärte Udo Harten. Das Bioethanolwerk will in der übernächsten Woche nocheinmal zu einer Bürgerversammlung in den Wanzleber Rathauskeller einladen. " Wir sind was das betrifft mit der Verwaltung noch in der Terminabstimmung ", erklärte der Werkleiter. " Unser Ziel ist es, dass wir nächte Woche den zweiten großen Klärteich leer gepumpt haben und damit die Ursache des Gestanks beseitigt ist ", erklärte er. Bereits Mitte August hatte das Bioethanolwerk auf einer Pressekonferenz angekündigt, bis zum Beginn der Rübenkampagne am 12. September, die Alt-Abwässer beseitigt zu haben. Für die als " Prozesswasser " zwischengeparkten Abwässer in den kleinen Teichen werde seit 11. August auch Blähton zur Geruchsminimierung eingesetzt.