" Börde-Perle " lautet der Titel unserer Serie, in der wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, touristische Perlen vorstellen, die für viele Bewohner in neuen, nun größeren Landkreis bisher eher im Verborgenen glänzen. Heute : Stadtmuseum Oschersleben.

Oschersleben. Die Geschichte des Oschersleber Museums ist lang und bewegt. 1929 durch eine Stiftung der Oschersleber Kaufmannsfamilie Lohse gegründet, und vom Oschersleber Lehrer und Heimatforscher Karl Kellner aufgebaut, fand seine Arbeit in den frühen 1960-er Jahren ein jähes Ende. Zwanzig Jahre später begann man mit dem Wiederaufbau der Einrichtung und führte diese zu einem umfangreichen Bestand, ehe im Jahre 2003 die Pforten in der Halberstädter Straße wieder geschlossen wurden.

Seit Januar 2005 hat das Museum, das sich seither wieder in Trägerschaft der Stadt Oschersleben befindet, in den Gebäuden der Stadtbibliothek eine neue Heimat gefunden. Damals nahm man den 70. Jahrestag der einst in der Bodestadt ansässigen AGOFlugzeugwerke zum Anlass, um mit einer großen Sonderschau die ersehnte Wiedereröffnung zu feiern. Und das mit Erfolg : In den dafür anberaumten neun Monaten kamen fast 2 000 Besucher und Zeitzeugen aus ganz Deutschland und dem Ausland, um Informationen zu haschen und sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Nach weiteren Sonderausstellungen zum Thema " Spielzeug aus alter Zeit " und dem Oschersleber Vereinsleben, wurde zum März 2007 " Von Oscherslevo bis Oschersleben " aus Beständen des alten Museums, dem Stadtarchiv und eigens erarbeiten Themen in mühevoller Arbeit zusammengetragen und anschließend als Dauerausstellung übernommen. Fest in der unteren Etage des Hauses integriert, können seither Epochen der Stadtgeschichte – von der Zeit der ersten Besiedlung bis hin zur Vorwendezeit – anhand von Grabungsfundstücken, Urkunden, Zeitdokumenten und Informationstexten nachvollzogen werden. Zu den Themen gehören sowohl die Entwicklung der Stadt, ihrer Straßen und Betriebe, wie auch die Schulzeit früherer Tage oder etwa das Vereinsleben.

Die obere Etage steht weiterhin für Wander- und Sonderausstellungen bereit, die regelmäßig ins Programm des Museums aufgenommen werden. Gemeinhin haben diese einen speziellen Bezug zur Region oder bieten die Basis, einen solchen herzustellen. Im kommenden Quartal sollen nun die Freunde röhrender Motoren auf ihre Kosten kommen, da als nächstes eine Sonderausstellung zum 50. Gründungsjubiläums des Motorsportclubs Oschersleben die Räume beziehen wird.

Seine Gäste erwartet das Museum dienstags von 13 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr. Außerdem öffnet das Haus seine Türen an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat und für Gruppen auch auf Anfrage. Der Eintritt beläuft sich auf 1 Euro für Erwachsene und 50 Cent für Kinder.

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